Temperatur
131
An der deutschen Nordseeküste wurde im Winter 2010/11 um etwa die Hälfte weniger Eis
gebildet als im Eiswinter 2009/10, siehe Abbildung 3-32. Trotzdem gehören beide Winter in
den Bereich der mäßigen Eiswinter (0.35 m < V AI < 3.5 m), die an der Nordsee im Zeitraum von
1961 bis heute mit einer Häufigkeit von 34 % vorkamen. Die flächenbezogene Eisvolumen
summe im Eiswinter 2010/11 beträgt 1.47 m, die reduzierte Eissumme 23.1.
Entsprechend den meteorologischen Bedingungen gab es an der deutschen Nordseeküste
im Winter 2010/11 zwei Eisbildungsperioden. Die größten Eismengen wurden in der ersten
Eisperiode, die von Ende November bis Anfang Januar dauerte, produziert. In der zweiten
Februarhälfte, während der zweiten Kälteperiode, war die Eisbildung an der Nordseeküste
gering, die Nordseezuflüsse und die ostfriesische Küste blieben vollständig eisfrei.
T-T-CMCM->-T-CSjCS|COCOCO
1-1X20500 CM 1- i— CO
1- CM CM
Abbildung 3-32: Akkumuliertes flächenbezogenes Eisvolumen an der deutschen Nordseeküste in den
Wintern 2009/10 und 2010/11.
Figure 3-32: Accumulated areal ice volume on the German North Sea coast in the winters of 2009/10
and 2010/11.
Das erste Eis bildete sich in mehreren Häfen und inneren Bereichen der ostfriesischen und
nordfriesischen Küsten Anfang Dezember 2010, zwei bis drei Wochen früher als im lang
jährigen Durchschnitt. Die Eisbildung schritt kontinuierlich voran und erreichte in den letzten
Dezembertagen ihren höchsten Stand, siehe die Eiskarte in der Abbildung 3-33. Zu diesem
Zeitpunkt waren die Wattenbereiche sowie die inneren Bereiche der Ems, Weser und Elbe
mit sehr lockerem bis sehr dichtem Eis bedeckt. Das Eis erreichte Dicken von 5 bis 15 cm in
südlichen Abschnitten und von 10 bis 30 cm an der nordfriesischen Küste. Durch Tideeinfluss
und zeitweise auffrischende auflandige Winde wurde das Eis an einigen Küstenabschnitten
bis zu einer Höhe von 50 bis 80 cm zusammengeschoben. Insgesamt dauerte die Vereisung
in den Bereichen der ostfriesischen Küste und der Nordseezuflüsse bis zu 4 Wochen, 30 bis
60 Tage lang wurde Eis in Bereichen der nordfriesischen Küste beobachtet.