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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Meeresphysik 
3.5.4 Meereis 
Die ausführlichen Beschreibungen der Eiswinter 1999/2000 bis 2011/12 sind im Internet unter 
http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Beobachtungen/Eis/1975.jsp zu finden. 
Die Stärke eines Eiswinters an den deutschen Küsten wird durch die flächenbezogene Eis 
volumensumme (V A j) bzw. durch die reduzierte Eissumme (R e ) ausgedrückt. Erläuterungen die 
ser Begriffe sind unter http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Beobachtungen/Eis/Kuesten.jsp zu 
finden. 
Der Eiswinter 2007/08 ergab an den deutschen Küsten eine sehr schwache Eissaison. Die 
Nordseeküste blieb bis auf zwei Tage mit geringem Eisvorkommen im Hafen Tönning eisfrei. 
Somit ist der Wert der flächenbezogenen Eisvolumensumme für die Nordseeküste gleich Null. 
Der Eiswinter 2008/09 an der deutschen Nordseeküste war der dritte schwache Eiswinter in 
Folge. Die flächenbezogene Eisvolumensumme ist 0.19 m, und die reduzierte Eissumme hat 
den Wert 3.7. 
Der Winter 2009/10 liegt im Hinblick auf die erzeugte Eismenge und die Dauer der Eisbe 
deckung an der deutschen Nordseeküste im Bereich eines mäßigen Eiswinters. V A1 und R e 
betragen 3.11 m und 31.2. In der seit 1896/97 bestehenden Beobachtungsreihe waren an der 
Nordseeküste nur 27 Eiswinter stärker als die Eissaison 2009/10. 
Der Winter 2009/10 wurde bestimmt durch eine von Mitte Dezember bis Ende Februar dau 
ernde Kälteperiode, die kurzzeitig um die Jahreswende unterbrochen wurde. Das erste Eis 
bildete sich an der nordfriesischen Küste sowie auf der Unterelbe zwischen dem 16. und 
dem 23. Dezember 2009. Infolge des Weih nachtstau wetters verschwand aber das meist sehr 
dünne Eis an der Nordseeküste vollständig. Die Eisbildung begann erneut Anfang Januar in 
den geschützt liegenden inneren Bereichen, breitete sich auf die Wattflächen aus und setzte 
sich ohne Unterbrechungen bis Mitte Februar fort. 
Zum Zeitpunkt der maximalen Eisausdehnung Mitte Februar 2010 waren alle Häfen an der 
deutschen Nordseeküste, die Nordseezuflüsse und der Nord-Ostsee-Kanal mit Eis bedeckt. 
Weiter außerhalb trat Eis in den Wattenbereichen auf. Die maximalen Eisdicken des thermisch 
gewachsenen Eises erreichten zur Zeit der maximalen Eisentwicklung im Nord-Ostsee-Ka- 
nal 5 bis 15 cm. Für den Wattenbereich der Nordsee und deren Zuflüsse ist der Begriff der 
„thermisch gewachsenen Eisdicke“ nicht anwendbar. Durch den Tideeinfluss auf diese Ge 
biete wird das Eis zusammen- und übereinandergeschoben, sodass es bei kalter Witterung 
zu dickeren Schollen zusammen frieren kann. So erreichten die Dicken des ebenen Eises im 
Winter 2009/10 Werte von 15 bis 50 cm an der nordfriesischen Küste, von 5 bis 30 cm auf 
der Elbe und überwiegend 5 bis 15 cm an der ostfriesischen Küste. Es wurden aber auch 
Aufschiebungen und Aufpressungen sowie einzelne Eisblöcke mit einer Höhe von 60 cm bis 
2 m beobachtet. 
In der dritten Februardekade setzte sich mit südwestlichen Winden nach und nach wärmere 
Luft in den Küstenregionen durch und leitete den Eisrückgang ein. Die Nordseeküste, die 
Nordseezuflüsse und der Nord-Ostsee-Kanal waren am 7. März vollkommen eisfrei. Die An 
zahl der Tage mit Eis variierte von Bereich zu Bereich erheblich: Das Eis trat auf der Weser bei 
Brake nur 1 Tag auf, aber 57 Tage im Hafen Tönning. Nur die Stationen in den Außenbereichen 
der inneren Deutschen Bucht blieben im Winter 2009/10 vollkommen eisfrei.
	        
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