Zusammenfassungen
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Bei der pH-Wert Entwicklung in der Deutschen Bucht zeichnet sich trotz jah
reszeitlicher Schwankungen und interannualer Unterschiede ein abnehmender
Trend ab. Die durch den Einfluss von Industrie und Verkehr steigende Kohlen
dioxidbelastung, die zu einem Sinken des pH-Wertes in den Weltmeeren führt,
kann negative Auswirkungen auf die Meeresumwelt zur Folge haben.
Die Verteilung der Sauerstoffsättigung im Bodenwasser war vergleichbar mit
den Vorjahren (80-100%). Die stärksten Untersättigungen traten im Sommer
2009 und 2011 im nordöstlichen Elbeurstromtal bzw. im Entenschnabel auf, sie
lagen hier bei 66 %.
Die Chlorophyllkonzentrationen waren aufgrund der in den Sommermonaten
vorherrschenden Stickstofflimitierung gering. Höchste Konzentrationen wur
den im küstennahen Gewässer vor Sylt mit 6,8 pg/L erreicht.
Organische Schadstoffe (Seite 187ff.)
Wasser: Für die meisten Schadstoffe ist die Elbe die Haupteintragsquelle in
die Deutsche Bucht. Generell nehmen daher die Schadstoffgehalte im Was
ser mehr oder minder schnell von der Küste zur offenen See hin ab. Im Detail
zeigten sich allerdings für die verschiedenen organischen Schadstoffe unter
schiedliche räumliche Verteilungen bezüglich der absoluten Konzentrationen
und der Steilheit der Konzentrationsgradienten.
Außerhalb der Elbfahne sind die Konzentrationen von unpolaren Schadstoffen
gewöhnlich sehr niedrig. Ein sehr starker Konzentrationsabfall von der Küste
zur offenen See zeichnete deshalb die räumlichen Verteilungen sowohl der
sehr lipophilen chlorierten Kohlenwasserstoffe HCB, PCB und DDT, als auch
der hochkondensierten PAK aus. Dabei waren die Konzentrationen im Küsten
bereich stark von den Schwebstoffgehalten der Proben abhängig. In der offe
nen See wurden für diese lipophilen Stoffe ca. 100- bis 1 000-fach niedrigere
Konzentrationen im Wasser beobachtet als in der Elbe. Aufgrund der niedrigen
Bestimmungsgrenzen, die im BSH-Labor erreicht werden, waren aber die mei
sten Stoffe auch in der äußeren Deutschen Bucht in sehr geringen Konzentra
tionen (0,7 bis 10 pg/L) nachweisbar.
Polare, besser wasserlösliche Stoffe zeigten meist geringere Konzentrations
gradienten. Da sie außerdem häufig größere Quellstärken in den Flüssen auf
wiesen als die klassischen lipophilen Stoffe, waren sie meist in deutlich höheren
Konzentrationen im Meerwasser zu beobachten. Zu diesen Stoffen zählen
insbesondere ,moderne’, eher polare Pestizide (z. B. Diuron, Simazin, Terbu-
tylazin) aber auch neue Stoffklassen wie perfluorierte Tenside (PFOA, PFOS)
oder persistente Stoffe, die in der Industrie oder auch in Haushalten in großen
Mengen verwendet werden (Komplexbildner, Flammschutzmittel). Aufgrund
ihrer polaren und beständigen (persistenten) Eigenschaften verhalten sich
diese Stoffe relativ konservativ’, sodass meist recht gute inverse Korrelationen
zwischen Stoffkonzentration und Salzgehalt gelten, welche die großen, in die
südliche Nordsee entwässernden Flüsse als Haupteintragsquellen ausweisen.
Diese Stoffe wurden im Küstenwasser in Konzentrationen bis zu 10 ng/L und in
der offenen See im Bereich von 10 bis 500 pg/L beobachtet.