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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

Zusammenfassungen 
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Bei der pH-Wert Entwicklung in der Deutschen Bucht zeichnet sich trotz jah 
reszeitlicher Schwankungen und interannualer Unterschiede ein abnehmender 
Trend ab. Die durch den Einfluss von Industrie und Verkehr steigende Kohlen 
dioxidbelastung, die zu einem Sinken des pH-Wertes in den Weltmeeren führt, 
kann negative Auswirkungen auf die Meeresumwelt zur Folge haben. 
Die Verteilung der Sauerstoffsättigung im Bodenwasser war vergleichbar mit 
den Vorjahren (80-100%). Die stärksten Untersättigungen traten im Sommer 
2009 und 2011 im nordöstlichen Elbeurstromtal bzw. im Entenschnabel auf, sie 
lagen hier bei 66 %. 
Die Chlorophyllkonzentrationen waren aufgrund der in den Sommermonaten 
vorherrschenden Stickstofflimitierung gering. Höchste Konzentrationen wur 
den im küstennahen Gewässer vor Sylt mit 6,8 pg/L erreicht. 
Organische Schadstoffe (Seite 187ff.) 
Wasser: Für die meisten Schadstoffe ist die Elbe die Haupteintragsquelle in 
die Deutsche Bucht. Generell nehmen daher die Schadstoffgehalte im Was 
ser mehr oder minder schnell von der Küste zur offenen See hin ab. Im Detail 
zeigten sich allerdings für die verschiedenen organischen Schadstoffe unter 
schiedliche räumliche Verteilungen bezüglich der absoluten Konzentrationen 
und der Steilheit der Konzentrationsgradienten. 
Außerhalb der Elbfahne sind die Konzentrationen von unpolaren Schadstoffen 
gewöhnlich sehr niedrig. Ein sehr starker Konzentrationsabfall von der Küste 
zur offenen See zeichnete deshalb die räumlichen Verteilungen sowohl der 
sehr lipophilen chlorierten Kohlenwasserstoffe HCB, PCB und DDT, als auch 
der hochkondensierten PAK aus. Dabei waren die Konzentrationen im Küsten 
bereich stark von den Schwebstoffgehalten der Proben abhängig. In der offe 
nen See wurden für diese lipophilen Stoffe ca. 100- bis 1 000-fach niedrigere 
Konzentrationen im Wasser beobachtet als in der Elbe. Aufgrund der niedrigen 
Bestimmungsgrenzen, die im BSH-Labor erreicht werden, waren aber die mei 
sten Stoffe auch in der äußeren Deutschen Bucht in sehr geringen Konzentra 
tionen (0,7 bis 10 pg/L) nachweisbar. 
Polare, besser wasserlösliche Stoffe zeigten meist geringere Konzentrations 
gradienten. Da sie außerdem häufig größere Quellstärken in den Flüssen auf 
wiesen als die klassischen lipophilen Stoffe, waren sie meist in deutlich höheren 
Konzentrationen im Meerwasser zu beobachten. Zu diesen Stoffen zählen 
insbesondere ,moderne’, eher polare Pestizide (z. B. Diuron, Simazin, Terbu- 
tylazin) aber auch neue Stoffklassen wie perfluorierte Tenside (PFOA, PFOS) 
oder persistente Stoffe, die in der Industrie oder auch in Haushalten in großen 
Mengen verwendet werden (Komplexbildner, Flammschutzmittel). Aufgrund 
ihrer polaren und beständigen (persistenten) Eigenschaften verhalten sich 
diese Stoffe relativ konservativ’, sodass meist recht gute inverse Korrelationen 
zwischen Stoffkonzentration und Salzgehalt gelten, welche die großen, in die 
südliche Nordsee entwässernden Flüsse als Haupteintragsquellen ausweisen. 
Diese Stoffe wurden im Küstenwasser in Konzentrationen bis zu 10 ng/L und in 
der offenen See im Bereich von 10 bis 500 pg/L beobachtet.
	        
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