Temperatur
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Die Temperaturbedingungen in der Deutschen Bucht werden exemplarisch anhand der Auf
zeichnungen an der MARNET-Station „Deutsche Bucht“ (54° 10’ N; 7° 27’ E, Wassertiefe
38 m) in 3-30 m Messtiefe dokumentiert. Lücken in den Aufzeichnungen entstehen u. a. durch
technische Probleme, Biofouling oder Instandhaltungsarbeiten (Werftzeiten). Die horizontalen
durchbrochenen Linien markieren das klimatologische saisonale Temperaturmini- und Ma
ximum in der Oberflächenschicht, basierend auf der Klimatologie von Janssen et al. (1999)
mit einer Amplitude von etwa 13.5 K. Generell baut sich die thermische Schichtung zwischen
Ende März und Anfang April auf und dauert bis Ende August oder Anfang September wenn
die Schichtung durch die Herbst- und Winterstürme bis zum nächsten Frühjahr aufgebrochen
wird.
Die auf Tagesmittelwerten beruhenden Daten in Abbildung 3-31 zeigen deutlich den stän
digen Auf- und Abbau der sommerlichen thermischen Schichtung, der sowohl vom zeitlichen
Verlauf als auch von der Intensität der Schichtung her von Jahr zu Jahr unterschiedlich ver
läuft. Zu den dominanten Signalen gehört die positive Anomalie der Winterminima im Winter
2007/2008 mit einer Abweichung von etwa 2 К infolge des Wärmeüberschusses aus den
vorangegangenen Sommer- und Herbstmonaten. Im Winter 2008/2009 nährten sich die Win
terminima wieder den klimatologischen Werten an. Die Sommermaxima der Tagesmittelwerte
liegen bis zu 3 К über der Klimatologie. Besonders ausgeprägt war die Schichtung 2010. Die
Unterschiede von Oberflächen- und Bodentemperatur betrugen bis zu 8 K, wobei das saiso
nale Maximum in der Oberflächenschicht etwa 6 Wochen vor dem der Bodenschicht erreicht
wurde. Ursache für die ausgeprägte Schichtung sind ungewöhnlich hohe Wärmeeinträge aus
der Atmosphäre im April und Sommer 2010. 2011 lagen die Strahlungseinträge im Sommer
deutlich unter dem langjährigen Mittel. Dies führte was zu einem geringeren Sommermaxi
mum und einer nur schwach ausgeprägten Schichtung.
2008 2009 2010 2011
Abbildung 3-31: Temperaturverlauf am an der MARNET-Station Deutsche Bucht in 3, 6, 10, 20 und
30 m Tiefe. Im unteren Bereich ist die Temperaturdifferenz AT Oberfläche minus Boden dargestellt. Die
gestrichelten Linien geben die Lage des saisonalen klimatologischen Mini- und Maximums in die Ober
flächenschicht nach JANSSEN et al. (1999).
Figure 3-31: Temperature time series at MARNET station German Bight in 3, 6, 10, 20 and 30 m depth.
The lower part of the diagram shows the temperature difference AT surface minus bottom. The broken
lines give the climatological seasonal mini- and maximum for the surface layer according to JANSSEN
et al. (1999).