122
Meeresphysik
Abbildung 3-25: Dekadisches Mittel der thermischen Sprungschichttiefe 2000-2010, aber ohne 2002
(links) und Standardabweichung (rechts) aus den Daten der BSH Nordsee Sommeraufnahmen.
Figure 3-25: Decadal mean of thermocline depth (left) and standard deviation right) basing on the BSH
North Sea Summer Surveys 2000-2010 but without 2002.
Die Abbildungen 3-27 bis 3-30 mit den Temperaturschichtungen entlang der zonalen Schnitte
der Sommeraufnahmen 2008-2011 belegen die große zwischenjährliche Variabilität der ther
mischen Schichtung. Generell nehmen die Temperaturen der Nordsee von offenen nördlichen
Rand in Richtung der Deutschen Bucht zu, wobei die Isothermen in etwa in SW - NE Richtung
verlaufen. 2008 hingegen verliefen die Isothermen in der warmen Deckschicht in NNW - SSE
Richtung mit einer deutlichen Erwärmung an der norwegischen und jütländischen Küste. Die
SST-Monatsanomalien betrugen +0.6 und +1.2 K für Juli, bzw. August. In der Bodenschicht
hingegen zeigte sich das klassische SW - NE Muster, d. h., die horizontale Verteilung und
die Temperaturwerte entsprachen weitgehend dem Vorjahr. Die Vertikalschnitte zeigen in der
nordöstlichen Nordsee einen starken vertikalen Gradienten der deutlich nach Westen hin ab
nimmt, so dass dort teilweise gar keine Thermokline ausgebildet wird. Alle Schnitte wiesen
an der Oberfläche ein horizontaler Gradient mit von E nach W abnehmenden Temperaturen
auf. Der 54° N-Schnitt ist infolge der Gezeitenreibung und starker Winde weitgehend verti
kal durchmischt, ebenso wie das östliche Ende und der Bereich der Doggerbank auf dem
55° N-Schnitt. Der südlichste Schnitt auf 54° N beruht nur auf vertikalen CTD-Profilen, da das
geschleppte Messsystem technische Probleme hatte. Der Gesamt-Wärmeinhalt der Nordsee
betrug 1.583 x 10 21 J.
Im Gegensatz zum Vorsommer wies die SST 2009 wieder den klassischen Gradienten mit
einem SW - NE Verlauf der Isothermen auf. Die Verteilung der Bodentemperatur entsprach
weitgehend dem Vorjahr, die vertikal durchmischten Gebiete vor der südlichen und der