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Zusammenfassungen
große Linse atlantischen Wassers. Im Sommer lag die 35er-lsohaline noch bei
etwa 56° N, war aber an der Oberfläche deutlich schmäler als im Winter. Der
Gesamt-Salzinhalt nahm gegenüber dem Vorjahr leicht ab. Die Gesamtabfluss
mengen der Elbe in 2008 und 2009 lagen mit etwa 20 km 3 /a etwas unterhalb
des langjährigen Mittels.
Die winterliche Salzgehaltsverteilung in 2010 entsprach weitgehend der des
Vorjahres, aber mit geringeren Salzgehalten vor der norwegischen Südküste.
Dieses Minimum wurde auch noch im Sommer beobachtet. Auch die som
merliche Salzgehaltsverteilung hat sich gegenüber dem Vorjahr wenig geän
dert. Im Bereich des östlichen Kanalausgangs wurde im Sommer 2010 kein
AW beobachtet. Der Gesamt-Salzinhalt der Nordsee entsprach in etwa dem
des Vorjahres. Bedingt durch die stark erhöhten Abflussmengen in der zweiten
Jahreshälfte stieg der Gesamtabfluss der Elbe in 2010 gegenüber den sieben
vorangehenden Jahren deutlich an.
Für den Winter 2011/2011 fehlen Daten für den Bereich über der Norwegischen
Rinne, die Verteilung in der nördlichen Nordsee entspricht aber weitgehend
den beiden Vorjahren. In der südlichen Nordsee hingegen nahm der Salzgehalt
gegenüber den Vorjahren deutlich ab. Im Sommer liegt die 35er-lsohaline deut
lich nördlicher als im Winter und den Vorsommern. In der Oberflächenschicht
war das Gebiet S > 35 deutlich kleiner, während der Streifen des salzärmeren
KW parallel zur norwegischen Küste deutlich breiter war. Der Gesamt-Salz-
inhalt war mit 1.114 x 10 12 1 der niedrigste seit 2001. Im Januar und Februar
2011 lagen die monatlichen Abflussmengen signifikant über dem langjährigen
Mittel, so das Gesamtabfluss 2011 mit 27 km 3 /a zwar niedriger als im Vorjahr
war, aber noch immer deutlich über dem langjährigen Mittel lag.
4 Meereschemie
Nährstoffe (Seite 159ff.)
Während die über die Elbe eingetragenen Stickstoff- und Phosphatfrachten
in die Deutsche Bucht trotz interannueller Unterschiede eine deutlich abneh
mende Tendenz zeigen, erreichen die Silikatfrachten von Jahr zu Jahr sehr un
terschiedliche Konzentrationen. Ein Trend ist hier nicht zu erkennen.
Die Nährstoffsituation in der Deutschen Bucht hat sich gegenüber derjenigen
der Vorjahre im Rahmen der natürlichen Variabilität nur wenig verändert. Für
das lösliche Phosphat wird der angestrebte Orientierungswert im Küstenbe
reich erreicht, nicht jedoch für Gesamtphosphor. Auch die Konzentrationen der
Stickstoffverbindungen liegen noch deutlich über dem Orientierungswert.
Die letzte im Jahr 2008 durchgeführte Klassifizierung (OSPAR Commission,
2008) stufte sowohl die Küstengewässer als auch die mittlere Deutsche Bucht
als „problem area“ (PA) ein. In der äußeren Deutschen Bucht, die als „poten
tial problem area“ (PPA) eingestuft wurde, liegen zwar die Nährstoffkonzentra
tionen im Bereich der Orientierungswerte, mit Sauerstoffmangelsituationen
bzw. erhöhten Chlorophyllgehalten ist hier jedoch immer noch zu rechnen.