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Full text: 54: Nordseezustand 2008-2011

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Meeresphysik 
Aus stündlichen Pegelständen lassen sich aussagekräftige Monatsmittelwerte berechnen. 
Sie enthalten nur noch sehr kleine Gezeitenanteile und die Variabilität des Wetters tritt deut 
lich hervor (Abbildung 3-18). Monate mit ausgeprägter Westwindlage sind ebenso auszuma 
chen wie langanhaltende Hochdruckwetterlagen. Um aus diesen Schwankungen langjährige 
Trends abzuleiten, wurde zur Sichtbarmachung des Einflusses einer dekadischen Variabilität 
des Klimas auf die Wasserstände ein Filterverfahren verwendet, wie es für Pegeldaten im Rah 
men der Wasserstandsvorhersage angewendet wird (MÜLLER-NAVARRA 2009b). Danach ist 
der relative mittlere Meeresspiegel in Cuxhaven von Anfang 1918 bis Ende 2013 um ca. 20 cm 
angestiegen (0,017 cm/Monat). Fünf Jahre weitergerechnet, um ein ganzes Jahrhundert zu 
bekommen, wären es dann 20,4 cm. Davon entfallen etwa 40% auf lokale isostatische Effekte 
(BUNGENSTOCK & SCHÄFER 2009). Betrachtet man willkürlich kürzere Zeiträume - z. B. von 
1961 bis 1990 - so ergeben sich zeitweise größere Anstiegsraten. Wie die hellblaue Kurve der 
finiten zweiten Differenzen der Monatsmittelwerte in Abbildung 3-18 deutlich zeigt, wechseln 
kurze Zeiten eines beschleunigten Anstiegs mit Zeiten eines gebremsten Anstiegs ab. Insge 
samt ergeben sich keine Anzeichen eines länger anhaltenden beschleunigten Meeresspiegel 
anstiegs am Pegel Cuxhaven, auch nicht in den letzten Dekaden. 
3.4.5 Windstaustatistiken und Häufigkeit von Sturmfluten 
Durch Windeinfluss können Wasserstandsänderungen von der gleichen Größenordnung wie 
des Gezeitenhubes erzeugt werden (MÜLLER-NAVARRA & GIESE 1999). Als Windstau wird 
die Differenz zwischen der astronomisch vorausberechneten Hoch- bzw. Niedrigwasserhöhe 
und den zugehörigen Scheitelwerten der gemessenen Wasserstandskurve definiert. 
Windstaustatistiken bieten die Möglichkeit, einen Zusammenhang zu den vorherrschenden 
Wetterverhältnissen der einzelnen Jahre herzustellen. Ruhige oder windreiche Jahre bilden 
sich ohne weiteres auch in den Windstaumittelwerten ab (MÜLLER-NAVARRA et al. 2013b). 
Überwiegend weichen die Wasserstände im Betrage um weniger als 50 cm von den astro 
nomisch vorausberechneten HW- und NW-Höhen ab (Tabelle 3-3). Nur sehr selten tritt ein 
Windstaubetrag von mehr als 1,5 m auf. 
Frequency distribution of wind set-up for 2008 to 2011 at tide gauge Cuxhaven 
Cuxhaven 
2008 
2009 
2010 
2011 
Wind Set-up [cm] 
HW 
LW 
HW 
LW 
HW 
LW 
HW 
LW 
ДН < 
-200 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
- 200 < ДН < 
- 150 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
0 
- 150 < ДН < 
- 100 
7 
5 
6 
0 
8 
4 
3 
2 
- 100 < ДН < 
-50 
19 
17 
26 
18 
39 
43 
27 
29 
- 50 < ДН < 
50 
622 
594 
643 
626 
622 
608 
615 
591 
50 < ДН < 
100 
45 
66 
26 
49 
32 
45 
46 
69 
100 < ДН < 
150 
13 
20 
2 
11 
4 
3 
8 
8 
150 < ДН < 
200 
0 
4 
2 
0 
0 
1 
6 
6 
200 < ДН 
1 
2 
0 
1 
1 
1 
0 
0 
Total 
707 
708 
705 
705 
706 
705 
705 
705 
Tabelle 3-3: Häufigkeitsverteilungen des Windstaus 2008 bis 2011 am Pegel Cuxhaven. 
Table 3-3: Frequency distribution of wind set-up for 2008 to 2011 at tide gauge Cuxhaven.
	        
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