Zusammenfassungen
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allen Jahren beobachtete Depression der Thermokline über der Norwegischen
Rinne bei etwa 7° E und 58° N erreichte 2009 ein Maximum von 80 m. Der Ge
samt-Wärmeinhalt lag 1.4 Standardabweichungen über dem 10-Jahresmittel.
Der vertikal durchmischte Streifen wärmeren Wassers parallel zur kontinen
talen Küste war 2010 etwa 1 К kühler als im Vorjahr. In den geschichteten
Bereichen stieg die Temperaturdifferenz zwischen der warmen Deckschicht
und dem Bodenwasser um etwa 2 К gegenüber 2009 an. Die Mächtigkeit der
Deckschicht war mit 20-30 m deutlich geringer als im Vorjahr und auch die
maximalen Gradienten in der Thermokline waren mit 1.5 K/m deutlich gerin
ger. Eine scharf ausgebildete Thermokline fand sich nur auf den 55 °N- und
56° N-Schnitten östlich der Doggerbank. Durch die geringere Mächtigkeit der
Deckschicht konnte das kühlere Bodenwasser ein größeres Volumen besetzen,
so dass der Gesamt-Wärmeinhalt der Nordsee wieder abnahm und dicht am
10-Jahresmittel lag.
2011 hat sich der vertikal durchmischte Streifen wärmeren Wassers parallel
zur kontinentalen Küste weiter abgekühlt (ca. 1 K) und in den geschichteten
Bereichen hat sich die Differenz zwischen der warmen Deckschicht und dem
Bodenwasser gegenüber 2010 von 10 auf 8 К verringert. Die maximale Deck
schichttiefe betrug 40 m, die Gradienten in der Thermokline lagen zwischen 0.5
und 2.5 K/m. Im Vergleich zu 2010 stieg der Gesamt-Wärmeinhalt der Nordsee
leicht an und lag 0.4 Standardabweichungen über dem 10-Jahresmittel.
Die Tiefenverteilung der Temperatur in der Deutschen Bucht wurde anhand
der Daten der MARNET-Station „Deutsche Bucht“ dokumentiert. Zu den
dominanten Signalen im Beichtszeitraum gehört die positive Anomalie des
Winterminimums 2007/2008 mit einer Abweichung von etwa 2 К infolge des
Wärmeüberschusses aus den vorangegangenen Sommer- und Herbstmona
ten. Im Winter 2008/2009 nährten sich die Winterminima wieder den klimato-
logischen Werten an. Die Sommermaxima der Tagesmittelwerte liegen bis zu
3 К über der Klimatologie. Besonders ausgeprägt war die Schichtung im Jahre
2010. Die Unterschiede von Oberflächen- und Bodentemperatur betrugen bis
zu 8 K, wobei das saisonale Maximum in der Oberflächenschicht etwa 6 Wo
chen vor dem der Bodenschicht erreicht wurde. Ursache für die ausgeprägte
Schichtung sind ungewöhnlich hohe Wärmeeinträge aus der Atmosphäre im
April und Sommer 2010. 2011 lagen die Strahlungseinträge im Sommer deut
lich unter dem langjährigen Mittel. Dies führte was zu einem geringeren Som
mermaximum und einer nur schwach ausgeprägten Schichtung.
Salzgehalt (Seite 134ff.)
Im Sommer 2008 wurde nach 2004 der zweithöchste Gesamt-Salzinhalt seit
1999 beobachtet. Im Winter 2008 drang das Atlantische Wasser (AW, S > 35)
in der Boden- und Oberflächenschicht bis 56° N nach Süden vor, im Sommer
erstreckte sich die 35er-lsohaline am Boden etwa parallel zum 57. Breitengrad
und AW drang am Boden auf breiter Front bis 58° N vor nahm ein deutlich grö
ßeres Volumen ein als im Vorjahr. An der Oberfläche deckte der Bereich mit AW
nur das Gebiet nördlich von 57° N und westlich des Nullmeridians ab.
Im Winter 2009 drang das AW in der gesamten Wassersäule bis 55° N nach Sü
den vor, gleichzeitig lag auch im Einstrombereich des Englischen Kanals eine