Wasserstand
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Abbildung 3-18: Monatliche Wasserstandsmittelwerte (rote Kurve) am Pegel Cuxhaven 1918-2013 und
geglättete Kurve (dunkelblau) sowie Beschleunigung des Anstiegs (hellblau), abgeleitet aus der geglät
teten Kurve.
Figure 3-18: Monthly water levels at tide gauge Cuxhaven (red curve) 1918-2013 and smoothed curve
(dark blue) as well as acceleration of the increase (light blue) calculated from smoothed curve.
mittlere Tidenhub (MTh) von ungefähr 3 m in Cuxhaven seit den 1950er-Jahren nur unwe
sentlich verändert, während das mittlere astronomische Hochwasser (MHW, Tabelle 3-4) und
das mittlere astronomische Niedrigwasser (MNW) mit dem relativen mittleren Meeresspiegel
anstiegen. Die langjährigen Veränderungen dieser Art haben z. B. JENSEN et al. (2007) analy
siert. So haben sich an den Küstenpegeln die Gezeitenverhältnisse etwas stärker geändert als
an den Inselpegeln, was teilweise mit Küstenschutzmaßnahmen und Ausbaumaßnahmen der
Schifffahrtswege zusammenhängt. Es ist außerdem zu beachten, dass amtlich festgelegte
Gezeitengrundwerte Vorausberechnungen darstellen und nicht auf Beobachtungen aus dem
angegebenen Jahr basieren. Zum Beispiel resultieren das MHW und das MNW für Cuxhaven
für 2011 aus Beobachtungen der Jahre 2004-2008.
3.4.4 Mittlerer Meeresspiegel
Der mittlere relative Meeresspiegel (RSL) in Cuxhaven, der monatlich oder jährlich aus stünd
lichen Wasserstandsregistrierungen abgeleitet wird, schwankt wegen der Wetterabhängigkeit
so stark, dass aus 4 aufeinanderfolgenden Jahren (2008-2011) keine zeitliche Änderung des
Anstiegs, z. B. ein beschleunigter Meeresspiegelanstieg, abgeleitet werden kann. Zur Beurtei
lung der lokalen Entwicklung der Wasserstände über viele Jahre sind die Monatsmittelwerte
gleichwohl hervorragend geeignet.
Vergleicht man die zeitlichen Änderungen der Wasserspiegellage der Jahre 2008 bis 2011 mit
einem beliebigen Referenzzeitraum des 20. Jahrhunderts, so stellt man lediglich unbedeutende
Veränderungen fest, die wenig bis gar keinen Bezug zu rezenten Klimaänderungen zeigen. Aus
klimastatistischen Gründen sollten Referenzzeiträume mindestens die Länge von 30 Jahren ha
ben (z. B. 1961-1990). Deswegen sind auch fernerkundete globale Mittelwerte der Wasserspie
gellage und daraus abgeleitete Veränderungen noch unsicher. Zudem muss immer beachtet
werden, dass punktuelle Mittelwerte, Mittelwerte über mehrere Orte entlang einer Küste oder
gar Flächenmittel unterschiedliche geophysikalische Prozesse widerspiegeln.
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