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Zusammenfassungen
Seegang (Seite 101 ff.)
Das Seegangsklima der Jahre 2008-2011 wurde durch saisonale geogra
phische Verteilungen von signifikanter Wellenhöhe, Windsee- und Dünungs
richtung charakterisiert. Die typischen Verteilungsmuster sind von den vorherr
schenden Windverhältnissen und der geographisch-bathymetrischen Gestalt
der Nordsee geprägt. Die mittlere Wellenhöhe war im Winter und Herbst 2008
sowie im Herbst 2011 in der nördlichen Nordsee deutlich höher als in dem
Vergleichszeitraum 2000-2011. Im ganzen Jahr 2010 war sie überall niedriger,
sonst meist durchschnittlich. Wind und Windsee kamen überwiegend aus Rich
tungen zwischen SW und NW. Im Winter 2009/10 und Herbst 2010 dominierten
dagegen verbreitet östliche Richtungen. Außergewöhnlich extremer Seegang
kam in den vier Jahren in der südlichen Nordsee nicht vor. Die stärksten Stürme
und Wellenhöhen traten im Grenzgebiet zum Atlantik auf.
Wasserstand (Seite 108ff.)
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden an der deutschen Nordseeküste mit
Pegeln Wasserstände gemessen. Die Pegelmessungen beziehen sich in ihrer
Höhe auf geodätische Festpunkte der Landesvermessung und liefern im stren
gen Sinne also Erkenntnisse über relative Wasserstandsschwankungen. Aus
diesen Messungen lässt sich für den Referenzzeitraum 2008-2011 ableiten,
dass sich weder die Gezeiten, noch die Anzahl von Sturmfluten oder gar der
mittlere relative Meeresspiegel signifikant verändert haben. Veränderungen der
Gezeitenhübe, -höhen und -phasen fließen in die jährliche Produktion der Ge
zeitentafeln des BSH ein. Die Veränderung des relativen mittleren Meeresspie
gels lag weiter im Rahmen des langjährigen Anstiegs von etwa 20 cm pro Jahr
hundert, und die Anzahl der Sturmfluten lag etwas unter dem Mittel der Jahre
1951-2011, es gab aber auch schon Jahre mit geringerer Häufigkeit. Bei der
Anzahl von Sturmfluten in den einzelnen Jahren spielt in hohem Maße der Zu
fall eine Rolle, denn bei Sturmfluten müssen Zeitpunkt des Sturmhöhepunktes
und Gezeitenphase zueinander passen.
Temperatur (Seite 112ff.)
Die Temperaturschichtungen der zonalen Schnitte der Sommeraufnahmen
2008-2011 belegen die große zwischenjährliche Variabilität der thermischen
Schichtung. 2008 zeigen die Vertikalschnitte in der nordöstlichen Nordsee
einen starken vertikalen Gradienten der deutlich nach Westen hin abnimmt, so
dass dort teilweise gar keine Thermokline mehr ausgebildet wird. Alle Schnitte
weisen an der Oberfläche einen horizontalen Gradienten mit von E nach W
abnehmenden Temperaturen auf. Der 54° N-Schnitt ist infolge der Gezeiten
reibung und starker Winde weitgehend vertikal durchmischt, ebenso wie das
östliche Ende und der Bereich der Doggerbank auf dem 55° N-Schnitt. Der
Gesamt-Wärmeinhalt der Nordsee lag 0.6 Standardabweichungen unter dem
10-Jahresmittel.
2009 waren die vertikal durchmischten Gebiete vor der südlichen und der dä
nischen Küste mit fast 20 °C deutlich wärmer als 2008. Die Tiefe der Deck
schicht betrug in der zentralen Nordsee und im Skagerrak über 40 m mit ma
ximalen vertikalen Gradienten von über 3 K/m. Die Stärke des Gradienten in
der Thermokline nahm nördlich von 57° N in Richtung Norden ab. Die in fast