Ergebnisse 13
Durch diese Methodik entstehen Projektionen, die eine realistischere Berücksichtigung der Landhe-
bung ermöglichen und gleichzeitig eine verbesserte räumliche Auflösung mit einem glatteren Daten-
feld liefern. Die Daten sind bereits veröffentlicht (Jensen, 2025) und eine Dokumentation dazu ist be-
reits in Arbeit (Jensen et al., 2025, eingereicht).
Um erste Abschätzungen über die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs auf die Außenwasser-
stände des NOK und dessen zukünftige Befahrbarkeit zu erhalten, wurde der langfristige Anstieg des
Meeresspiegels auf das Mittlere Niedrigwasser (MNW) am Pegel Cuxhaven angewendet.
Die Analyse basiert auf dem gemessenen MNW für den Pegel Cuxhaven im Zeitraum 1998–2014, der
bei 3,70 m liegt. Zur Abschätzung zukünftiger Entwicklungen wurde die Zeitreihe des Meeresspiegels
gemäß dem Szenario SSP5-8.5 auf diesen Referenzwert addiert. Dadurch ergibt sich eine grobe Projek-
tion des zukünftigen mittleren Niedrigwassers in Cuxhaven.
Abbildung 4-2 zeigt die resultierende Zeitreihe für den Pegel Cuxhaven. Zusätzlich ist ein kritischer
Grenzwert von 4,80 m für den Pegelstand innerhalb des Kanals markiert. Überschreitet das MNW die-
sen Wert, ist eine effektive Entwässerung des Kanals kaum noch möglich. Dies könnte in Zukunft er-
hebliche Auswirkungen auf den Betrieb und die Befahrbarkeit des NOK haben. Dieser Grenzwert ist im
Median spätestens 2130 erreicht. Im 83. Perzentil, welches die WSV aus Vorsorgegründen als Standard
für ihre Betrachtungen von Einflüssen des klimawandelbedingten Anstiegs des Meeresspiegels festge-
legt hat, wird dieser kritische Wert noch vor 2100 überschritten.
Abbildung 4-2 | Zeitserie des Meeresspiegelanstiegs (DASNordicSLR) im Szenario SSP585 + historisches mittleres
Niedrigwasser (MNW, 3,70m für den Zeitraum 1998-2014) am Pegel Cuxhaven.
4.2 Relevante atmosphärische Indizes für den NOK
4.2.1 Gegenwart
Im Folgenden werden die gegenwärtigen meteorologischen Bedingungen vor Sturmfluten an den Pe-
geln Brunsbüttel und Kiel-Holtenau, abgeleitet aus der in Abschnitt 3.2.1 eingeführten Wetterlagen-
Klassifikation nach Lamb, betrachtet und analysiert.