Die Karten spiegeln die sehr sorgfältigen Vermessungen des gesamten Küsten-
vorfeldes einschließlich aller Watten und Sände wieder.
Die Vermessungsarbeiten von 1861 bis 1884
Dem im Jahre 1861 im Königlichen Marineministerium eingerichteten „Hydro-
graphischen Bureau“ wurde die Aufgabe übertragen, Seekarten der deutschen
Küstengewässer und der Zufahrtsstraßen zu den Häfen zu schaffen.
Es stützte sich dabei zunächst auf die bereits bestehenden preußischen Seekarten
und auf die 4 Karten von Ameland bis zur Elbe, die in den Jahren 1859 bis 1863 von
der Königlichen Generaldirektion des Wasserbaus in Hannover herausgegeben wor-
den waren. Nach dem Kriege von 1866, durch den die Küsten von Schleswig-Holstein
und Hannover an Preußen fielen, vergrößerte sich der Aufgabenkreis um diese
Seegebiete. In Hannover hatte in den Jahren 1862 bis 1866 eine sorgfältige Aufnahme
der eigenen Küsten stattgefunden; sie war kurz vor Ausbruch des Krieges abgeschlos-
sen worden, doch kam es nicht mehr zu Veröffentlichungen von Karten.
Anhand der Vermessungsergebnisse und der ständigen Veränderungen der Fahr-
wasser erkannte man, daß eine gründliche Neuauslotung der Küstengewässer nötig
war. Mit dieser Aufgabe wurden S.M. Aviso „Loreley“ und S.M. Kanonenboote
„Basilisk“ und „Wolf“ beauftragt, die die Lotungen in den Jahren 1867 bis 1869
ausführten. Die Ergebnisse wurden regelmäßig während der Winterliegezeit der
Schiffe im Hydrographischen Bureau ausgewertet und konnten schon ab 1868 bis
1870 als Karten herausgegeben werden. Der Krieg 1870/71 unterbrach die Vermes-
sungstätigkeiten der Marine, sie wurden erst im Frühjahr 1872 wieder aufgenommen.
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