20 Annalen. der Hydroögraphie und Maritimen. Meteorologie, Januar 1908,
oberhalb welcher es sich wieder ausbreitet und denselben Kreislauf wiederholt,
In dieser Weise entsteht die Zwischenzirkulation,
Die warme Oberflächenschicht und die kalte Bodenschicht sind nunmehr
von der Wärme- und der Kältequelle gänzlich abgesperrt, so daß kein Austausch
mehr zwischen diesen Wasserschichten im Gefäß stattfindet. Nur in dem Falle,
daß man den Versuch so weit treibt, daß die beiden stillstehenden Schichten
von außen so viel Wärme empfangen bzw. abgegeben haben, daß sie beide etwa
Zimmertemperatur annehmen, findet ein weiterer Austausch statt.
Aus diesen beiden Versuchen ziehen wir den Schluß, daß eine durch
thermische Ursachen entstandene Zirkulation nur danz stattlfindet, wenn das
Niveau der Wärmequelle unterhalb des Niveaus der Kältequelle liegt. Die
Zirkulation ist dabei auf den Raum zwischen diesen beiden Niveaus beschränkt,
and das Wasser, das sich oberhalb der Kältequelle oder unterhalb der Wärme-
quelle befindet, nimmt also an dieser Zirkulation nicht teil.
Im Meere befindet sich in den arktischen Gegenden die Kältequelle an der
Oberfläche, und die Wärmequelle in den Tropen dürfte wohl kaum tiefer als
1000 m hinabdringen, Die durch thermische Ursachen hervorgerufenen Zirku-
lationen. sind demnach im Meere auf die oberen 1000 m beschränkt, und das
tiefer liegende Wasser ist von dem oberen gänzlich getrennt, vorausgesetzt, daß
nicht das Unterwasser auf die eine oder andere Weise erwärmt wird,
8.
Ich will noch einen Versuch hier beschreiben, um die oben gefundenen
Tatsachen noch stärker betonen zu können, ©
Wir füllen das Gefäß mit ein und derselben Wasserart von ungefähr
20 %%o Salzgehalt und legen salzgemischtes Eis an. beiden Enden des Gefäßes
gleichzeitig hinein. Dann sinkt an beiden Enden das Wasser im Gefäß, und es
entstehen zwei Bodenströme, die in der Mitte des Gefäßes zusammentreffen,
Dies kann man bei Projektion des Versuchs sehr deutlich sehen. Beim Zu-
sammenstoß bildet sich eine Erhöhung des Bodenwassers, und gleich darauf
erfolgt ein Zurückprallen desselben, Fig, 19 zeigt die Form des Bodenwassers
im Augenblick des Zusammenstoßes,
Fig, 19,
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Fisschmelzung: an beiden Enden des Gefäßes, Es entstehen zwei symmetrische Bodenströme, die, in der
Mitte des Gefäßes zusammenstoßen,
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Fortsetzung des in Fig. 19 dargestellten Versuchs, Beinahe alles Wasser im Gefäß ist abgekühlt worden,
Die Wasserbewegung hat jetzt beträchtlich abgenommen und wird bald gänzlich. aufhören.
Dieser Versuch zeigt, wie das Wasser durch Eisschmelzung geschichtet
werden kann, Es ist anfänglich im ganzen Gefäß homogen, aber sobald das
Eis zu schmelzen anfängt, bildet sich eine spezifisch schwerere Bodenwasser-
schicht, und das Wasser besteht nunmehr aus zwei Schichten von verschiedenem
spezifischen Gewicht, Während der KEisschmelzung wird die obere Schicht
immer dünner und die untere Schicht immer dicker, so daß bald das in Fig. 20