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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

sich befindenden. Während am Morgen des 1. April die Schiffe der westlichsten 
Gruppe allein Etwas von der Störung spüren, alle anderen den regelmässigen 
Passat haben, hat zur selben Zeit am folgenden "Tage der Wind sich für die zweite 
Gruppe auch schon nördlich von Ost gezogen, und jene erste ist voll im Bereiche 
der Depression. Um 8 a. m. des 3. April haben die Schiffe der ersten 
Gruppe schon wieder Südwind; sie haben das Schlimmste überstanden und der 
Luftdruck nimmt bei ihnen rasch zu, während beide anderen Gruppen jetzt 
gegen die Störung ankämpfen. Am Morgen des 4. April ist nur die östliche 
(}ruppe noch darin befangen, beide westlichen erfreuen sich schon wieder des 
frischen Passats; und am Abende desselben Tages sehen wir, wie alle Schiffe 
ihn gleichmässig haben und frei von der nun östlich von ihnen liegenden 
Störung sind, 
Scharf ausgeprägt ist auch, wie die südlicheren Schiffe, ihrer grösseren 
Nähe bei dem Centrum entsprechend, welches vielleicht nicht weit südlich von 
der zu dieser Jahreszeit und in diesem Meerestheile in 27°—28°S-Br liegenden 
Grenze des SE-Passates seine. Bahn hatte, viel bedeutendere Barometer- 
schwankungen beim Passiren der Depression beobachten, als die nördlicher 
stehenden. Betrugen dieselben doch für den „Deike Rickmers“ fast 11mm, für 
„Deutschland“, das etwa 120 Sm nördlicher stehende Schiff, 4,2mm und für 
die „Britania“, das nördlichste Schiff, nur den kaum nennenswerthen Betrag 
von 0,7mm. Angenähert diesen, nach der Breite verschiedenen Luftdruckunter- 
schieden war auch die Stärke der bei der Drehung für die betreffenden Schiffe 
gefundenen Westwinde. Während die Schiffe in den beiden südlicheren 
Gruppen solche ziemlich frisch trafen, fand die nördlichste Gruppe dieselben 
nur von geringer Stärke. 
Nimmt man an, dass das Umspringen des Windes von West auf Süd 
für diejenigen Schiffe immer zugleich erfolgte, welche sich auf demselben Halb- 
messer der Depression befanden, so sollte man aus dem Verhältniss des Zeit- 
unterschiedes dieses KEintreffens zu der entsprechenden Entfernung der be- 
treffenden Schiffe von einander, die Geschwindigkeit der Fortbewegung des 
Centrums nach Osten hin berechnen können. 
Es ergiebt sich, wenn man in dieser Weise die eben erwähnten Angaben 
des „Deike Rickmers“ und der Bark „Capella“, welche mit etwa 640 Sm die 
am weitesten in östlicher Richtung von einander stehenden Schiffe sind, mit 
einander vergleicht, eine Schnelligkeit des Centrums nach Osten von 13 Sm 
die Stunde. 
Aus dem Verhältniss der entsprechenden Beobachtungen zwischen dem 
„Deike Rickmers“ und der Bark „Deutschland“ ergiebt sich eine solche von 
stündlich 15 Sm, während die von der „Deutschland“ und dem „Canopus“ an- 
gegebenen Werthe eine Schnelligkeit von über 20 Sm die Stunde vermuthen 
lassen, — ein Resultat, welches allerdings zu den beiden vorher angeführten 
Angaben nicht stimmt. 
Wenn daher auch der Versuch, auf diese Weise die Geschwindigkeit 
des Fortschreitens dieser Depression nach einer Richtung hin zu bestimmen, 
gewagt oder verfehlt erscheinen mag, so ist doch auf alle Fälle die Fortbe- 
wegung nach Osten überhaupt aus all dem vorhin Angeführten klar ersichtlich. 
Bei den Depressionen der entsprechenden Breiten des Südatlantischen 
Oceans war eine östliche Bahn nicht nachweisbar, wahrscheinlich ist sie auch; 
doch kann die Bahn derjenigen dort in verhältnissmässig niederen Breiten vor- 
kommenden Depressionen nicht weit nach Osten hin reichen, weil sonst die 
dort segelnden Schiffe die durch die Depressionen verursachten Störungen selbst 
würden häufiger beobachtet haben, 
Auch unterscheidet sich diese eben beschriebene Passatstörung des 
Indischen Oceans dadurch augenscheinlich von den meisten der im Südatlantischen 
Ocean beschriebenen, dass im Indischen Ocean die Ursache der Störung wahr- 
scheinlich eine, ganz ausserhalb der Passatgrenze ihre Bahn verfolgende Depression 
war, deren Wirkungen aber weit in das Passatgebiet hineinreichten, während die 
Störungen im Atlantischen Ocean zwar auch durch Luftdruckabnahme bedingt 
erscheinen, ihr Maximum jedoch, wie ihre räumliche Ausdehnung nach Süden hin 
gewöhnlich ganz innerhalb eines Gebietes erfolgen, in welchem eigentlich noch 
der Passat herrschen sollte.
	        
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