Klima und Meeresumweltschutz 81
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Verteilung
der ARGO-
Floats
schungsschiffen ausgelegt und führen dann
autonom bis zu fünf Jahre lang vertikale
Profilmessungen der Temperatur und des
Salzgehaltes durch. Nach dem Ausbringen
sinken die Floats auf eine Wassertiefe von
1 000 m und treiben 10 Tage mit der
Strömung. Anschließend sinken sie auf
2000 m und beginnen dann zur Datenerhe
bung einen etwa zehnstündigen Aufstieg
zur Meeresoberfläche. Ein Pumpsystem
ermöglicht eine Volumen- und damit auch
eine Dichteänderung des Floats, sodass es
kontrolliert aufsteigen und absinken kann.
Nach dem Auftauchen werden die Mess
daten per Satellit an zwei globale Daten
zentren gesendet. Danach beginnt mit dem
Absinken des Floats ein neuer Tauchzyklus.
Im Laufe der Jahre hat sich die vertikale
Auflösung der Profile Immer weiter verbes
sert, sodass heutzutage nahezu kontinuierli
che Profile möglich sind.
Neben der Gewinnung von klimarelevan
ten Datensätzen können die Daten auch
für spezielle lokale Fragestellungen
genutzt werden. So spielen sie zum
Beispiel auch bei der Überwachung
tropischer Wirbelstürme eine wesentliche
Rolle, In dem sie durch die Überwachung
der kritischen Wassertemperaturen eine
bessere Vorhersage über die Entstehung,
die mögliche Stärke und die Zugbahnen
von Hurrikans beziehungsweise Taifunen
ermöglichen.
2014 hat sich eine Anzahl europäischer
Länder, die Im Argo-Programm tätig sind,
zu einem sogenannten ERIC, das heißt zu
einem European Research Infrastructure
Consortium zusammengeschlossen. Damit
haben sie sich verpflichtet, Im Rahmen von
EuroArgo einen langfristigen kontinuier
lichen Beitrag zu liefern, um diese wichti
gen Meeresdaten übereinen langen
Zeitraum kontinuierlich zu erfassen und
aufzubereiten. Diese Daten stehen allen
Bürgern weltweit kostenlos zur Verfügung.
Im Rahmen von EuroArgo werden zurzeit
Floats entwickelt und getestet, die bis zu
4000 Meter tief tauchen und damit auch In
die für die Klimaforschung relevanten
Tiefenwassermaße Vordringen können.
Ferner gibt es jetzt auch Float-Varlanten,
die auch chemische und biologische Daten
aufnehmen können und damit auch
Beiträge zur Ökosystemforschung leisten.
Das BSH Ist maßgeblich am Management
von EuroArgo und an der wissenschaft
lichen und technischen Weiterentwicklung
des Argo-Programms beteiligt.