78 Klima und Meeresumweltschutz
Ostseeforschung Warnemünde (IOW) für
das BSH betreut, konnte vom 14. bis zum
22. November 2015 erneut der Einstrom
großer Mengen sauerstoffhaltigen Nord
seewassers in die Ostsee beobachtet
werden. Eine Abfolge von 12 Sturmtiefs,
die seit Anfang November über den
Ostseeraum hinwegzogen, löste dieses
Ereignis aus. Das IOW berichtete weiter,
dass nach ersten Berechnungen in der
Haupteinstromphase ein Wasservolumen
von etwa 76 km 3 mit Salzgehalten zwi
schen 17-22 g/kg die flachen Schwellen
der westlichen Ostsee passierte und sich
im Arkona-Becken in 25 bis 45 Meter Tiefe
ausbreitet. Der Salztransport entspricht
rund 1,4 Gigatonnen. Das Ereignis lässt
sich als „Major Baltic Inflow“ mittlerer
Intensität einordnen.
Frühjahr 2015 erstmalig seit 2003 das
Tiefenwasser der zentralen Ostsee mit
frischem Sauerstoff versorgt wurde, ist
dies der dritte Salzwassereinbruch in
Folge. Davor herrschten über zehn Jahre
lang stagnierende Bedingungen im Tiefen
wasser der zentralen Ostsee, gepaart mit
Sauerstoffarmut und der Bildung toxischen
Schwefelwasserstoffs.
MARNET:
Ohne Ausfallzeiten sendet eine MAR-
NET-Station 24 Meldungen mit
25 Messwerten an 365 Tagen. Das sind
219000 Daten im Jahr und 8760 Daten
sätze.
Nach dem Jahrhundertereignis vom ARGO
Dezember 2014, bei dem insgesamt 3,98 Um die Temperatur- und Salzgehaltsver-
Gigatonnen Salz in die Ostsee transportiert änderung der Ozeane global zu erfassen,
und zusammen mit drei kleineren Ein- wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts das
strompulsen im Winter 2014 und im internationale ARGO-Programm ins Leben
Im Stunden
takt senden
die Stationen
Daten zu
Temperatur,
Salzgehalt,
Sauerstoff,
Strömung und
Bruttogam
mastrahlung
sowie wichtige
meteorolo
gische Daten.