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Chemie
pendiertes Material aus Sedimenten der Irischen See zurückzuführen, welche durch Einlei
tungen in den 1970er-Jahren stark belastet wurden. Die Volumenaktivität von 134 Cs liegt im
Meerwasser der Nordsee inzwischen unterhalb der Nachweisgrenze von 0,2 Bq/m 3 .
Die Konzentrationen von 90 Sr im Jahr 2008 waren räumlich ebenfalls relativ homogen ver
teilt. Die gegenüber 137 Cs insgesamt geringeren Konzentrationen sind auf die unterschiedliche
Spaltausbeute der Isobaren 137 bzw. 90 bei der Kernspaltung zurückzuführen und weisen
oberirdische Kernwaffenversuche der 1960er-Jahre als Hauptquelle aus.
Für 137 Cs verhielten sich die lokalen Verteilungen der Aktivitätskonzentrationen in der Nordsee
in den Jahren 2009 bis 2011 ähnlich, eine leichte Erhöhung gegenüber dem Fallout ist an der
Ostküste Großbritanniens aufgrund resuspendiertem Material zu erkennen und am Ausgang
des Skagerraks ist der Oberflächenabfluss aus der Ostsee mit seinen geringen Salzgehalten
mit den höchsten Aktivitätskonzentrationen von bis zu 10 Bq/m 3 deutlich erkennbar. Der hohe
Gehalt an 137 Cs in der Ostsee zwischen 20 und 30 Bq/m 3 hat seinen Ursprung im Reaktorun
fall von Tschernobyl und nicht, wie manchmal in der Presse falsch dargestellt, in den Ablei
tungen der kerntechnischen Anlagen im Ostseebereich (HELCOM 2013, BSH 2013).
Die räumliche Verteilung von 90 Sr in der Nordsee in den Jahren 2009 bis 2011 ist analog,
wobei auch hier mit bis zu 3,6 Bq/m 3 der höchste Wert über der Norwegischen Rinne auf
grund des Ausstroms der Ostsee gemessen wurde. Zum Vergleich beträgt in der Ostsee der
Gehalt an "Sr etwa 8 Bq/m 3 .
Die im Einflussbereich der Elbe erhöhten Konzentrationen von "Sr erklären sich aus dem
Umstand, dass dieses Falloutnuklid in den Tonmineralen der Landfläche weniger stark als
137 Cs adsorbiert wird und folglich über den Süßwasserkreislauf stärker ins Meer eingetragen
wird. Ein Jahresgang ist hier nicht zu erkennen.