accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs -Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Winter 1886—87, 337 
den Gegenwinde, welche auf dem letzten Reiseabschnitte angetroffen wurden. 
„Freya‘“, bei der dies in geringerem Male der Fall war, verdankte diesem Um- 
stande ihre schnellere Reise. „Comet“, dasjenige Schiff, welches die Linie am 
östlichsten schnitt, hatte schon südlich derselben den Südostpassat verloren und 
gebrauchte daher auch die längste Zeit, um frei vom Stillengürtel zu kommen. 
Ebenso fand dieses Schiff auch im Passatgebiete den schwächsten Wind, während 
die Mitsegler meist von kräftigem Passat begünstigt wurden. Die polare Passat- 
grenze erreichten: „Adolph“ in 30° N-Br und 45° W-Lg am 2. Februar, „Comet“ 
in 275° N-Br und 415° W-Lg wie „Inca“ im 28° N-Br und 45° W-Lg am 
5. Februar und „KFreya“ in 284° N-Br und 48° W-Lg am 7. Februar. Auf dem 
weiteren Wege zum Kanal wurden die Schiffe noch längere Zeit durch östlichen 
Wind aufgehalten. Nachdem sie den Aufsengründen schon ziemlich nahe gekommen 
waren, machten sich endlich die günstigen Wirkungen der Lage des Hochdruck- 
gebietes der Karte X bei ihnen bemerkbar. Es kamen durchstehende Westwinde 
durch, welche die Mitsegler mit ein oder zwei Tagen Unterschied in der Zeit 
der Ankunft zum Kanal führten. 
Die letzten Schiffe der Tabelle, der „Emil Julius“ und die „Kriemhild“, 
überschritten den Aequator in der ersten Hälfte des Februar. Beide waren 
eiserne Schiffe, und trägt dieser Umstand wohl zum grofsen Theil die Schuld an 
ihren verhältnifsmäfsig langen Reisen. Nachdem „Emil Julius“ den Stillengürtel 
in 36 Stunden gekreuzt hatte, traf derselbe im Passatgebiete nur sehr unbefriedigende 
Verhältnisse an. Der dort herrschende Wind besafßs nur geringe Stärke und 
endete schon, nachdem „Zmil Julius‘ von ihm bis zum 21. Februar nach 24,5° N-Br 
in 42,2° W-Lg geführt worden war. „Kriemhild“ gebrauchte die doppelte Zeit 
wie „Emil Julius“, um vom Südostpassat in das Gebiet des Nordostpassats zu 
gelangen, wurde später aber durch regelmälsigeren. und kräftigeren, freilich nicht 
Jange anhaltenden Passat begünstigt. Derselbe begleitete auch dies Schiff nicht 
weiter, als bis nach 23,5° N-Br in 45,5° W-Lg. Nördlich vom Passatgebiete 
fand „Emil Julius‘ bald leichte Westwinde, während „Kriemhiüld‘“ auch dort noch 
durch längere Zeit dauernde Ostwinde zurückgehalten wurde. Der in den März 
fallende letzte Reiseabschnitt beider Schiffe wurde durch heftige Stürme aus öst- 
licher und westlicher Richtung erschwert. „Emil Julius“ gelangte schließlich 
in die Nähe von Tuskar am 28. März, und „Kriemhild“ sichtete Lundy Island 
am 25, März. 
Bemerkung über die in Aspinwall (Colon), Columbien, wehenden 
Norder. Central-Amerika. ) 
Nach einem Berichte des Kommandanten des V, St. S. „Enterprise“, 
Commander G. A. Converse, tritt der in Aspinwall (Colon) als Norder be- 
kannte Sturm nicht immer als solcher auf, sondern zu Zeiten nur als eine leichte 
Briese, er ist aber stets von einer hohen Dünung begleitet. Weht derselbe mit 
grofser Stärke, was z. B. vom 19. bis 21. Dezember v. J. der Fall war, so kann 
kein Schiff, ohne Gefahr zu laufen, im Hafen bleiben. Für das Eintreten eines 
gefährlichen Norders giebt es keine. sicheren Anzeichen. Der Barometerstand 
Jäfst solches auch nicht erkennen, und die von Zeit zu Zeit sich einstellenden 
kurzen Schauer mit grofsen Regentropfen könnte man als ein Anzeichen ansehen, 
sind es aber auch nicht. Auch die allmählich zunehmende Dünung ist nicht 
immer ein sicheres Anzeichen. Vor dem vom. 19. bis 21. Dezember v. J. 
wehenden heftigen Norder trat am 18. eine starke Dünung auf, und auch das 
Wetter ließ das Herannahen eines Norders eigentlich vermuthen, aber der 
Himmel klärte sich gegen Abend wieder auf, und während der ersten Hälfte der 
) „Notice to Mariners“ No. 9/157, Washington 1891,
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.