Atlas für den Stillen Ozean.
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Maritime Aerologie
Um die Jahrhundertwende erscheinen zum ersten Male die von der Abtei
lung III herausgegebenen "10-tägigen Witterungsberichte" und die "monat
liche Wetterausschau des Atlantik" (1901).
Bis zu der kurz nach dem Jahrhundertwechsel erfolgten Pensionierung
v.NEUMAYER 1 s ( 1903 Nachfolger Adm.HERTZ) zeigte es sich, daß die Deut
sche Seewarte durch' ihren Unterschied zu den anderen großen Instituten
der seefahrenden Nationen für die Erforschung der Meere bedeutend mehr
geleistet hatte. Die von ihr herausgegebenen Segelhandbücher, gewisser
laßen Fortsetzungen der Segelanweisungen, stellten "über den unmittel
baren praktischen Gebrauch hinausgehend eine physische Geographie und
Meteorologie des Ozeans" dar. "Bisher waren solche Werke ausschließ1i< ^
von Seeleuten bearbeitet worden; denn die maritimen Abteilungen der
meteorologischen Institute von London und Utrecht waren nur von solchen
besetzt; hier aber wurden Gelehrte an die Arbeit gesetzt, die ihre am
Lande erworbenen Methoden einsetzten und die gute Gelegenheit benutzten,
die Kenntnisse vom Ozean zu erweitern ... Erst mit den Arbeiten der See
warte wurde der Zusammenschluß zwischen Land- und maritimer Meteorologie
und also ein Gesamtbild der Erdoberfläche geschaffen".
Uber die Zirkulation der Atmosphäre herrschte nun eine bedeutend siche
rere Vorstellung. Die Ortsveränderung der Zyklonen, ihre Entstehung und
Isobarenformen - ja ihre Luftmassenverteilung waren bearbeitet, und über
Winde im Zusammenhang mit Sturmfluten an der norddeutschen Küste vergrös
serten si^h die Kenntnisse. „