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Die ersten großen Ergebnisse maritim-klimatischer Arbeiten der Abtei
lung I und III zeigen sich in den 1883 veröffentlichten Windkarten in
Atlas für den Atlantischen Ozean. Diese Windkarten blieben auf lange
Zeiten fester Bestandteil zahlreicher Lehrbücher der Geographie, Ozea
nographie, Meteorologie und Klimatologie sowie Navigation. Es folgten
in den nächsten Jahren gleiche Angaben für alle Weltmeere.
Bereits 1887 beginnt die Arbeit an einer von KOPPEN angeregten "Über
see-Klimatologie". Der Meteorologe Dr.E.DUD2R5TADT beschäftigt sich
damit in direktem Auftrag des Direktors v.NEUMAYER.
In den 20 Jahren von 1881 bis 1900 veröffentlichten die Meteorologen
der Deutschen Secwartc etwa 200 Arbeiten außer den täglichen Wetter
berichten und anderen Routinegutachten über das Wetter an der Küste
und über See.
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Pflege der T/itterungskunde, der Küstenmeteorologie und
des Sturmwarndienstes.
In zunehmendem Maße gaben die Meteorologen der Abteilung III außer den
Wetterberichten an Hamburger Reeder, Zeitungen und die Börse sowie aus
fahrende Schiffe auch Wetterkarten und Wettervorhersagen an Wirtschafts
unternehmungen aller Art ab. Jedoch fand noch kein durchgehender Dienst
statt. Die Anzahl der telegraphisch eingehenden Wetterberichte euro
päischer Stationen stieg erheblich an.
In den anderen Ländern Deutschlands und auch den anderen Staaten Euro
pas hatten sich, z.T. vom Beispiel der meteorologischen Arbeit der See^
warte angeregt, Einrichtungen für den Wetterdienst gebildet. Sie alle
erhielten Wettermeldungen Europas Tag für Tag durch Sammeltclegrammc
und zusätzliche Sondertelegramme, die von der als Wetternachrichtenzen
trale arbeitenden Deutschen Seewarte gesammelt wurden. Auch die Ansich
ten über die Wetterlage und deren Entwicklung übermittelte die Abtei
lung III der Deutschen seewarte an alle anderen Wetterdiensteinrichtungen
Der Umfang der Arbeiten aller Abteilungen der Deutschen Secwartc nahm
weiterhin erheblich zu. Aber auch die Art der Anforderungen änderte
sich etwas. Daher erfolgte 1901 eine Umgliederung. Eine Zentralabtei
lung übernahm Verwaltungsaufgaben und Assistenz des Direktors bei dessen
organisatorischen und wissenschaftliehen Arbeiten. Die Abteilung I ver
sah weiterhin die nautische Meteorologie. Sie wurde von 1902 bis 1911