Meereskunde
61
Vermessungspegel. Aus Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen
von 169 Pegeln der deutschen Nordseeküste
wurden im Berichtsjahr durch Fourierdarstellungen
der halbmonatlichen Ungleichheiten die
Gezeitengrundwerte und Gezeitenunterschiede zu
den Bezugsorten neu abgeleitet. Ebenso wurden aus
den ausführlichen Vorausberechnungen der Hochund
Niedrigwasser für einige ausländische Bezugsorte
Gezeitengrundwerte neu bestimmt. Die Vorausberechnungen
für die 13 deutschen Bezugsorte der
Gezeitentafeln 2001 beruhen auf Analysen des jüngsten
19jährigen Beobachtungszeitraums 1980 bis
1998. Zum Abruf auf den Internet-Seiten des BSH
wurden für 133 Orte an der deutschen Nordseeküste
und den angrenzenden Revieren die Gezeiten für das
Jahr 2001 vorausberechnet.
Die Hochseepegelmessungen in der Deutschen
Bucht wurden im Jahr 2000 fortgesetzt. Insgesamt
wurden dort bisher 40 Zeitreihen von jeweils etwa einmonatiger
Dauer gewonnen, mit denen die Genauigkeit
der Wasserstandserrechnungskarten für die Seevermessung
verbessert wurde.
Für die Seevermessung wurden 25 Wasserstandserrechnungskarten
zum Beschicken der Lotungen erarbeitet.
Eisdienst
Die Eissaison 1999/2000 war an den deutschen Küsten
sehr schwach. Die Nordseeküste blieb wie im
Vorjahr eisfrei. Der Wert für die flächenbezogene Eisvolumensumme,
eine Maßzahl für die Bewertung des
Winters im Hinblick auf Umfang, Stärke und Dauer der
Eisbedeckung, betrug auch an der deutschen Ostseeküste
praktisch Null. Bis auf die innere Schlei war
keine der 13 Klimastationen von der Eisbildung betroffen.
Im nördlichen Ostseeraum war aufgrund der Ausdehnung
des Eises ein leichter Eiswinter zu verzeichnen.
Um den 25. Februar wurde der erste Vereisungshöchststand
erreicht. Beim zweiten Vereisungshöchststand
etwa Mitte März übertraf die Eisausdehnung etwas
das Februarmaximum. Vor allem waren aber die
Eisdicken deutlich angewachsen, wobei die dynamischen
Prozesse (starkes Übereinanderschieben und
Aufpressen des Eises) eine wesentliche Rolle spielten.
Diese führten außerhalb der finnischen Bottenvik-Küste
und in den Zufahrten zur Kronstadt- und Vyborgbucht
zu sehr schwierigen Eisverhältnissen. Die
Herausgabe gedruckter Eisberichte und Eiskarten für
den Ostseeraum begann am 9. Dezember 1999 und
endete mit 120 Ausgaben am 31. Mai 2000.
Weitere Arbeitsschwerpunkte waren:
- Ausstrahlung von Eis-(berg)karten für die Neufundlandbankregion
über den DWD-Sender
öffenbach/Pinneberg
- Lieferung von Daten über die Eisverteilung in der
Ostsee an den DWD
- Beratung deutscher Forschungs- und Kreuzfahrtschiffe
und Yachten in polaren Gewässern
- Mitwirkung im Genehmigungsverfahren für
geplante deutsche Schiffsunternehmungen in
der Antarktis gemäß dem Gesetz zur Ausführung
des Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag
- Erstellung eines ausführlichen Gutachtens für
das Deutsche Meeresmuseum, Stralsund,
über die Eisverhältnisse an der Küste Vorpommerns
im Hinblick auf die Wiederansiedlung
von Kegelrobben