Nautische
Hydrographie
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Ein Untersuchungsschwerpunkt ist die Gezeitenbe
schickung, beispielsweise ein neues Verfahren, das
neben den bisher berücksichtigten Parametern mittle
rer Springtidenhub und Hochwassereintrittszeit auch
noch einen dritten Parameter, nämlich die Niedrigwas
sereintrittszeit, berücksichtigt. Es zeigte sich, dass
dieser dritte Parameter zwar gewisse Verbesserungen
bringt, aber wesentliche andere Probleme nicht besei
tigt. Deshalb bleibt zu prüfen, ob das neue Verfahren
eingeführt bzw. weiter verbessert werden kann. Glei
ches gilt für ein Verfahren zur Verbesserung der Ge
zeitenbeschickung mit Hilfe von GPS.
Untersuchungen mit Sensoren zur Messung von Be
wegungen der Vermessungsboote (Hub, Rollen und
Stampfen) wurden durchgeführt und werden nun aus
gewertet.
Abgeschlossen wurde eine Arbeit, die die Seever
messung in die Lage versetzt, aus den gemessenen
Daten Genauigkeitsmaße abzuleiten. Zu diesem
Zweck werden die in jeder Vermessungsaufgabe ge
messenen Kontrollprofile ausgewertet, so dass da
raus Standardabweichungen für die jeweilige Auf
gabe oder einen Teil davon ermittelt werden können.
Für die Seevermessung und das Seekartenwerk wurden
geodätische Berechnungen ausgeführt, ebenso für
andere Aufgabenbereiche des BSH und für andere
Dienststellen. Die bestehenden digitalen Datenbe
stände wurden fortgeführt. Einen sehr großen Raum
nahmen dabei die Arbeiten ein, die sich mit einer Ver
einheitlichung der Daten der Küstenlinie befassen. Da
bei geht es auch um Bauwerke seewärts und landwärts,
soweit sie für die Sicherheit der Seeschifffahrt wesent
lich sind. Ziel der Arbeiten ist es, einen einheitlichen Da
tenbestand aufzubauen, der sowohl in der Seevermes
sung selbst als auch im Nautisch-hydrographischen
Informationssystem (NAUTHIS) einsetzbar ist.
Die digitalen Vermessungsdaten des Jahres 1999,
getrennt nach den Gebieten Nordsee und Ostsee,
wurden in dem neuen Format KUEFO 90 an die
Bundesanstalt für Wasserbau geliefert. Insgesamt
wurden die im Rahmen der Seevermessung erstell
ten Rechenprogramme, Prozeduren und Benutzer
oberflächen angepasst und archiviert.
Ab Jahresbeginn wurde für die Seevermessungsda
tenbank ein Anwendungsprogramm bereitgestellt, ge
testet und nach Rückmeldungen der Nutzer fort
während weiterentwickelt. Neben den Menüs zur Er
fassung und Pflege der für die Seevermessung not
wendigen Metadaten ermöglicht es u.a. den Datenex
port in diverse Formate und Datenübergaben als
CARIS-Kommandodateien. Dadurch können einige
Datenbestände künftig direkt in der Seevermessungs
datenbank geführt werden. Die Arbeiten zur Über
nahme der Daten der Topographischen Karte des
Seegrundes in die Seevermessungs-Datenbank wur
den fortgeführt.
Die bathymetrlschen Daten deutscher Forschungs
schiffe erreichten einen Umfang von Insgesamt
5,2 Gbyte. Darin enthalten sind Fächerlotdaten von
den Reisen der deutschen Forschungsschiffe
METEOR {4 Gbyte) und SONNE(1,2 Gbyte). Diese
Daten wurden vereinnahmt und einer ersten Prüfung
unterzogen. Diverse Anfragen gab es zu Bathymetrle-
daten aus dem Arktischen Ozean, dem Atlantischen
Ozean, dem Indischen Ozean, dem Mittelmeer, der
Südchinasee, der Ostsee und auch dem Stillen Ozean.
Die Bathymetrledatenbank präsentiert unter
www.bsh.de/Seevermessung/Bathymetrle/823.htm
zur Zeit die im BSH vorhandenen Datensätze zu 124
Reisen deutscher Forschungsschiffe aus den Jahren
1988 bis 2000.