Beobachten + Vorhersagen
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Zur Unterstützung der Schifffahrt werden im Nordseebereich
nicht nur die Höhen und die Eintrittszeiten
der Hoch- und Niedrigwasser vorhergesagt,
sondern es wird der gesamte Verlauf der Tidenkurve
ermittelt. Hohe Genauigkeit in der Vorhersage verlangt
vor allem die tideabhängige Fahrt von Schiffen,
die den maximal möglichen Tiefgang ausnützen wollen.
Daher ist für die Tideflüsse Unterelbe und Unterweser
je ein spezielles Wasserstandsmodell erarbeitet
worden. Damit wird als wichtiges Hilfsmittel für die
Verkehrslenkung in den Revieren der Wasserstand
für den gesamten Bereich von Unterelbe bzw. Unterweser
vorhergesagt.
Mit den Warndiensten der Niederlande und Polens
sowie - im Rahmen des Global Sea Level Observing
System (GLOSS) - mit dem Permanent Mean Sea
Level Service am Oceanographic Laboratory in
Birkenhead, UK, wurden Daten ausgetauscht. Das im
deutsch-polnischen Grenzvertrag verankerte jährliche
Arbeitstreffen der Wasserstandsdienste beider
Länder fand im Berichtsjahr in Rostock statt. Erstmals
war damit ein Seminar zu „Neuen Methoden und
Werkzeugen der Wasserstandsvorhersage und des
Eisdienstes“ gekoppelt.
Gezeiten
Die Sicherheit und Leichtigkeit des Seeverkehrs an
der deutschen Nordseeküste und den übrigen betroffenen
europäischen Gewässern sind durch die Gezeiten
besonders betroffen. Als Planungshilfe gab
das BSH den Gezeitenkalender der „Hoch- und Niedrigwasserzeiten
für die Deutsche Bucht und deren
Flussgebiete, 2002“ heraus. Dieser erschien termingerecht
im September, die „Gezeitentafeln 2002,
Europäische Gewässer“ folgten im Oktober 2001.
Zur Fortschreibung der Gezeitentafeln und der Beschickungsunterlagen
für die Seevermessung werden
alle verfügbaren Wasserstandsmessungen aus
dem deutschen Küstenbereich gesammelt und in
einer Gezeiten-Datenbank archiviert. Aus Hoch- und
Niedrigwasserbeobachtungen von 171 Pegeln der
deutschen Nordseeküste wurden die Gezeitengrundwerte
und Gezeitenunterschiede zu den Bezugsorten
neu abgeleitet. Gleiches erfolgte für einige ausländische
Bezugsorte. Zum Abruf auf den Internet-Seiten
des BSH wurden für 138 Orte an der deutschen
Nordseeküste und den angrenzenden Revieren die
Gezeiten für das Jahr 2002 vorausberechnet.
Die seit 1997 laufenden Hochseepegelmessungen in
der Deutschen Bucht wurden im Jahr 2001 fortgesetzt.
Mit bisher insgesamt 46 Zeitserien von jeweils
etwa einmonatiger Dauer wurde die Genauigkeit der
Wasserstandserrechnungskarten für die Seevermessung
verbessert. Sie erhielt 35 Karten zum Beschicken
der Lotungen.
Eissaison
Im Winter 2000/01 verzeichnete der Eisdienst erneut
eine sehr schwache Eissaison an den deutschen
Küsten. Die Nordseeküste blieb bis auf örtlich kurzfristig
aufgetretenes Neueis eisfrei. Bis auf die innere
Schlei gilt dies auch für die Küsten der Kieler und
Mecklenburger Bucht. Lediglich in den Boddengewässern
der Küste Mecklenburg-Vorpommerns führten
die Kälteperioden Ende Dezember, Mitte Januar
und Anfang Februar in den geschützten und flachen
Fahrwassern zu einer nennenswerten Vereisungsdauer
von örtlich bis zu insgesamt drei bis vier
Wochen mit maximalen Eisdicken von 10 cm. Auch
im nördlichen Ostseeraum war bezüglich der Ausdehnung
des Eises ein leichter Eiswinter zu verzeichnen.
Vereisungshöchststände traten dort Anfang
Februar und Anfang März sowie mit der maximalen
Ausdehnung von 128000 km 2 um den 26.03. auf.