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Full text: Jahresbericht 2001

Seekarten 
und 
mehr 
51 
Die Genauigkeit der Tiefenangaben in Bezug auf das 
Landesbezugssystem Normalnull (NN) bzw. Normal 
höhennull (NHN) kann erheblich gesteigert werden, 
wenn mit Hilfe des GPS die Höhe des Vermessungs 
schiffes über dem Erdelllpsold gemessen wird. Das 
Verfahren wurde 2001 erstmals bei der Vermessung 
des Jadebusens angewandt. Dafür waren neben der 
Hard- und Softwareausstattung vor allem neue Auf 
nahme- und Auswertemethoden zu entwickeln. Der 
Seegang während der Messung wurde im wesentli 
chen durch einen Hubkompensator ausgeglichen. 
Inwieweit die Höhenmessungen mit GPS zukünftig 
direkt zur Modellierung des Seeganges herangezo 
gen werden können, ist noch zu untersuchen. 
Der Wunsch der Nutzer zu einer flächendeckenden 
Vermessung führt schnell zu einer sehr hohen Daten 
dichte bei Fächerlotvermessungen (bis zu 8000 Tie 
fenwerten pro Sekunde). Damit werden die Grenzen 
der Rechnerkapazität schnell erreicht. Es wurde da 
her ein Verfahren entwickelt, wie man die Daten 
menge schon während der Vermessung reduzieren 
kann, ohne zu viel an Information über den Meeres 
boden zu verlieren. 
Für den Ersatzbau der Vermessungseinheit 
MERCATOR/BESSEL wurden die vermessungstech 
nischen Ausrüstungen untersucht. Exemplarisch soll 
hier der Schleppfehler genannt werden, der zwar 
kein neues Thema ist, der aber bei steigenden An 
forderungen an die Genauigkeit stärker zu berück 
sichtigen Ist. Der Schleppfehler entsteht durch ver 
schiedene Sensoren für die Positionsmessung (GPS) 
und Tiefenmessung (Echolot), die über die Zelt zu 
sammengespielt werden. Da die Berechnungsvor 
gänge in beiden Sensoren unterschiedlich lang sind, 
entsteht ein Zeltfehler. Durch die Bewegung des 
Schiffes in dieser Zelt ergibt sich der Schleppfehler. 
Bei neuen Systemen soll die Ermittlung routinemäßig 
durchgeführt werden können. 
Für die Seevermessung und das Seekartenwerk wur 
den geodätische Berechnungen ausgeführt, ebenso 
für andere Aufgabenbereiche des BSH und Dritte. 
Seekarten und 
Sportschifffahrtskarten 
Das Seekartenwerk wurde laufend aktualisiert. 
Grundlage sind die Seevermessungen des BSH und 
die Vermessungen anderer Institutionen sowie das 
ständig eingehende Grundlagenmaterlal ausländi 
scher hydrographischer Dienste. Unter anderem wur 
den für den deutschen Bereich der Nordsee 60 BSH- 
Vermessungen (Topographische Karten des Meeres 
grundes) 693 Pell- und Hafenpläne und Grundkarten 
(1:5000) der WSV und der Kommunalverwaltungen 
sowie für den deutschen Bereich der Ostsee 80 
BSH-Vermessungen und 46 Peil- und Hafenpläne 
ausgewertet und verarbeitet. 
Für den deutschen Bereich der Nordsee und Ostsee 
wurden 26 Seekarten als Neue Ausgaben und für die 
ausländischen See- und Küstengebiete 47 Seekarten 
als Neue Ausgaben herausgegeben. In die Karte 
163 (INT 1351) Mecklenburger Bucht, östlicher Teil 
wurden zur Verbesserung der Navigation für tiefge 
hende Schiffe die 17-m-Tlefenllnle als Gefahrenllnle 
und die von der IMO angenommene Verlängerung 
des Tiefwasserweges DW 17 dargestellt. Außerdem 
wurde die Umstellung der Seekarten auf das „World 
Geodetic System 1984 (WGS 84)” fortgesetzt. Inten 
siviert wurde auch die Übernahme von internationa 
len Seekarten (INT). Darüber hinaus wurden zahlrei 
che Deckblätter zur Berichtigung der Seekarten ver 
öffentlicht. Die ständige Laufendhaltung der Seekar 
ten erfolgte wöchentlich durch die Nachrichten für 
Seefahrer (NfS). Transparente Berichtigungshilfen 
wurden den BSH-Vertrlebsstellen für alle Seekarten 
zur Verfügung gestellt.
	        
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