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Full text: Jahresbericht 2002

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Beobachten + Vorhersagen 
Das BMBF-Projekt ISIS (Identifizierung und toxikolo 
gische Bewertung sedimentgebundener Schadstoffe) 
wurde 2002 abgeschlossen. Die Projektarbeit zielte 
darauf ab, die Aussage- und Bewertungsmöglich 
keiten bestehender Monitoring-Programme zu ver 
bessern. Untersucht wurden kausale Zusammen 
hänge zwischen biologischen Effekten und Schad 
stoff-Konzentrationen, indem Sediment-Extrakte in 
zahlreiche Teilfraktionen aufgetrennt und toxikolo 
gisch und chemisch untersucht wurden. Dieser 
methodische Ansatz war prinzipiell erfolgreich. In 
allen Proben konnten toxische Effekte nachgewiesen 
werden, wobei die Proben aus der Ostsee eine höhe 
re Toxizität und höhere Schadstoff-Konzentrationen 
aufwiesen als die aus der Nordsee. Aufgrund der 
relativ geringen Schadstoff-Konzentrationen mariner 
Proben ist die Methode allerdings für den Routine- 
Einsatz zu arbeitsintensiv und aufwändig. 
Auswirkungen des Elbehochwassers vom 
August 2002 auf die Deutsche Bucht 
Mit einem Sondermessprogramm hat das BSH unter 
sucht, welche Mengen an Schadstoffen aus überflu 
teten Industrieanlagen, Altlasten und landwirtschaft 
lich genutzten Flächen durch das Jahrhunderthoch 
wasser der Elbe in die Deutsche Bucht und Nordsee 
transportiert wurde. Man hatte vermutet, dass die 
Wasserqualität in diesen Meeresgebieten, die sich in 
den letzten Jahren deutlich verbessert hatte, infolge 
des Hochwassers wieder stärkeren Nährstoff- und 
Schadstoffbelastungen ausgesetzt wäre. 
Die erste Untersuchung erfolgte bereits zum Zeit 
punkt des Eintreffens der Hochwasserwelle bei Cux 
haven im Rahmen einer Routinebeprobung für das 
Bund-Länder Messprogramm (BLMP) vom 28. Au 
gust 2002 bis zum 6. September 2002. Die Sonder 
messungen, die durch eine simulierte Ausbreitung 
der Flutwelle unterstützt wurden, fanden vom 16. bis 
22. September 2002 und vom 25. November bis 
2. Dezember statt. Bei den Beprobungen wurde die 
gesamte Schad- und Nährstoffpalette sowie die 
grundlegenden ozeanographischen Zustandsgrößen 
erfasst. 
Das salzarme Elbewasser breitete sich überwiegend 
in Richtung Nordwesten zwischen 54° und 55° N 
aus. Die Salzgehaltsverteilung zeigte, dass ein von 
Elbewasser dominierter Wasserkörper Mitte Septem 
ber in der Region um Helgoland lag. Die gemesse 
nen Verteilungen von „Gelbstoff” und Trübungsstoffen 
zeigen ein sehr ähnliches räumliches Muster wie die 
Simulation der operationeilen BSH Modelle. Insbe 
sondere der Gelbstoff erwies sich als guter Marker 
für das Elbewasser. 
Die Beprobungen Ende August bis Mitte September 
fielen in eine Jahreszeit starker biologischer Aktivität 
mit einer hohen natürlichen Variabilität der Phosphat-, 
Nitrat/Nitrit-, Ammonium- und Silikat-Konzentration. 
Deshalb konnten hier keine eindeutigen Anzeichen 
für einen verstärkten Eintrag von Nährstoffen durch 
das Elbehochwasser nachgewiesen werden. Auch 
die bis zum Dezember 2002 gemessenen Werte 
lagen innerhalb der Schwankungsbreite früherer 
Jahre. 
In Wasserproben, Schwebstoffproben und Oberflä 
chensedimenten wurden die Schwermetalle Queck 
silber (Hg), Blei (Pb), Cadmium (Cd), Kupfer (Cu) 
Nickel (Ni), Zink (Zn) sowie Eisen (Fe) und Mangan 
(Mn) bestimmt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 
ein Großteil dieser Elemente zunächst stark in 
Schwebstoffen und Sedimenten gebunden ist, 
wodurch der Transport entlang des Elbestroms deut 
lich verzögert wird. Folglich war nicht unbedingt da 
mit zu rechnen, dass sich eine höhere Schwermetall 
belastung bereits im Herbst 2002 in der Deutschen 
Bucht bemerkbar macht. 
Beim Hg deuteten sich höhere Konzentrationen an, 
die sich aber insgesamt in den abnehmenden Trend
	        
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