accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 2002

Beobachten + Vorhersagen 
65 
Tägliche Mittelwerte der Temperatur und des Salzgehaltes an der MARNET-Station Deutsche Bucht (3 m bzw. 6 m Tiefe). 
Durchgezogene Linien: MARNET-Daten, gestrichelt: langjährige Mittelwerte 
Salzgehalte über 35 (angegeben In psu), deutet sich 
eine leichte Verstärkung des Einstroms Im Vergleich 
zum Vorjahr an. Dagegen Ist kein deutlicher Einstrom 
von atlantischem Wasser (S > 35) durch die Straße 
von Dover zu beobachten. Stärkere Süßwasserzu 
flüsse durch die kontinentalen Flüsse und der Aus 
strom salzarmen Ostseewassers sorgten In der öst 
lichen Hälfte der Nordsee und Im Norwegischen 
Küstenstrom für niedrigere Salzgehalte. 
Das Jahr 2002 war mit einem Jahresmittel von 
11,0 °C das wärmste Jahr Im Beobachtungszeltraum 
(1971 - 2002), wie eine statistische Auswertung der 
seit 1968 wöchentlich erscheinenden Oberflächen 
temperaturkarten zeigt. Besonders extrem war die 
Warmanomalie Im Frühjahr sowie Herbst, mit einer 
Mitteltemperatur von 16,2 °C Im September. 
Für den 32-jährigen Zeitraum 1971 - 2002 wurden für 
die gesamte Nordsee Jahresmitteltemperaturen be 
rechnet und nach fallender Temperatur sortiert. Das 
wärmste Jahr (2002) belegt also Rang 1, das kälteste 
(1974) Rang 32. Genauso wurde mit den 12x32 Mo 
natsmitteltemperaturen verfahren. Die Statistik zeigt, 
dass sich seit 1986 die wärmsten Jahre häufen. Bel 
einer zufallsgesteuerten historischen Temperaturent 
wicklung müssten eigentlich auf jeden Quadranten 
etwa % aller 13x32 = 416 Ränge entfallen. Die beob 
achtete Verteilung der Monatsmittel weicht von dieser 
Gleichverteilung um +/-35%, diejenige der Jahres 
mittel sogar um +/-50% ab. 
Die seit Ende der 1980er Jahre andauernde Warm 
phase mit überwiegend positiven Temperaturanoma- 
llen In praktisch allen Jahreszeiten betrifft nicht nur 
die Nordsee, sondern auch das Festland. Die monat 
lichen Weltmitteltemperaturen übertrafen seit Ende 
der 1980er Jahre fast ausnahmslos die Kllmanormal- 
werte des Zeitraums 1971 - 2000. Die historische 
Temperaturentwicklung In der Nordsee verläuft dem 
nach parallel zur globalen Entwicklung. Auch die 
Helgoländer Temperaturzeltreihe bestätigt eine Tem 
peraturzunahme von etwa 1 °C für die letzten 130 
Jahre. 
Für den Sommer 2002 trifft diese Beobachtung nicht 
nur auf die Oberflächentemperatur (SST) zu, vielmehr 
zeigt Insgesamt der Wärmeinhalt der Nordsee Im 
Juli/August - dem Zeitpunkt der maximalen vertikalen 
Schichtung - deutlich erhöhte Werte. Hinzu kamen 
höhere Temperaturen (7 - 8°C) der kalten Boden- 
wasserschlcht (Anomalie 1 - 1,5°C), so dass die 
Nordsee Insgesamt deutlich mehr Wärme speicherte. 
Die ozeanographlschen Bedingungen der Deutschen 
Bucht sind Im Wesentlichen durch den Jahresgang 
der Oberflächentemperatur und durch kurzfristige 
Ereignisse geprägt. Von Mal bis Juli treten Immer 
wieder stark erwärmte, flache Oberflächenschichten 
auf, die durch stärkeren Wind dann wieder ver 
schwinden. Der Oberflächensalzgehalt zeigt den 
typischen Jahresgang mit höheren Werten In den 
Wintermonaten. Deutlich sichtbar sind die Festland-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.