Partner der Seeschifffahrt
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Partner für Reedereien, Werften und Seeleute
Zur Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Seeschiff
fahrt beizutragen ist das wesentliche Anliegen des
BSH. Grundlage für diesen Aufgabenbereich sind
unter anderem das Seeaufgabengesetz, das Schiffs
sicherheitsgesetz, die Schiffssicherheitsverordnung
und das Flaggenrechtsgesetz, internationale Über
einkommen sowie nationale und europäische Richt
linien und Verordnungen.
Schifffahrtstandort Deutschland
Es besteht überhaupt kein Zweifel: Mit einer Gesamt
beschäftigung von mehr als 200 000 Personen und
einer Gesamtwertschöpfung von über 20 Mrd.€
spielt die maritime Wirtschaft in Deutschland volks
wirtschaftlich und arbeitsmarktpolitisch eine zentrale
Rolle. Schiffe binden bei Bau und Betrieb hohe
Kapitalsummen - Deutschland hat einen der welt
größten Schilfsfinanzierungsmärkte. Hiermit direkt
verbunden sind Schiffs- und Anlagenbau, Versiche
rungswesen und Schiffsmanagement.
Rund 95 Prozent des interkontinentalen Warenaus
tausches geht über See - die Tendenz ist steigend.
Auch der Warenumschlag in den deutschen Häfen
wächst kräftig. Nach der Nationalität der Eigner ver
fügt Deutschland weltweit über die sechstgrößte
Handelsflotte. Innerhalb des Europäischen Wirt
schaftsraumes liegt die Flotte deutscher Eigner sogar
auf dem dritten Platz. Mit dem dritten Platz in der
Weltcontainerschiffsflotte behaupten deutsche Ree
der seit Jahren ebenfalls einen hervorragenden
Rang. Das geringe durchschnittliche Alter der Con
tainerflotte von nur vier Jahren garantiert darüber hin
aus technisch höchsten Standard. In diesem Wachs
tumsmarkt haben sich Finanziers und Reeder erfolg
reich positioniert.
Doch zugleich ist die Entwicklung der Handelsflotte
unter deutscher Flagge schwierig, um nicht zu sagen
besorgniserregend. Wie kaum eine andere Branche
muss sich die Schifffahrt, die zu den ältesten Welt
märkten überhaupt zählt, dem globalisierten Wettbe
werb stellen. Dies bekommen auch die deutschen
Reeder zu spüren. Hohe deutsche Sozial- und Lohn
standards haben die Kostenbelastung der deutschen
Handelsflotte Im Verhältnis zu anderen Flotten, die In
den Genuss günstigerer Rahmenbedingungen ge
langen, kontinuierlich wachsen lassen. Die Folge: In
den letzten 10 Jahren Ist der Bestand von Schiffen
unter deutscher Flagge um etwa die Hälfte gesun
ken, die Zahl deutscher Seeleute Ist von 14 000 auf
6 000 zurückgegangen und auch der seemännische
Nachwuchs geht zurück. Nur noch 482 Schiffe füh
ren In der Internationalen Fahrt die deutsche Flagge.
Förderung der deutschen
Handelsflotte
Damit „unsere Flotte“ auch In Zukunft zu den mo
dernsten und leistungsfähigsten der Welt gehören
kann, müssen Wettbewerbsnachtelle für den Schiff
fahrtsstandort Deutschland abgebaut werden. Hierzu
hat Deutschland ein Internationales Seeschifffahrts
register (ISR) geschaffen und die Tonnagesteuer ein
geführt. Diese Regelungen sind mit den Maßnahmen
anderer europäischer Staaten vergleichbar. Bel allen
nationalen Fördermaßnahmen werden die von der
Europäischen Kommission erlassenen Richtlinien
über Beihilfen In der Seeschifffahrt beachtet, die
Wettbewerbsverzerrungen Innerhalb der EU verhin
dern sollen.
Die Bundesregierung hat auf der Dritten Nationalen
Maritimen Konferenz In Lübeck am 26.5. 2003 zuge
sagt, die Lohnnebenkosten weiter zu senken und die
Tonnagesteuer belzubehalten, um damit die Wettbe
werbsfähigkeit des Betriebs von Handelsschiffen
unter deutscher Flagge zu verbessern. Im Gegenzug
hatte sich der Verband deutscher Reeder (VDR) ver