accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 2003

Partner der Seeschifffahrt 
37 
Partner für Reedereien, Werften und Seeleute 
Zur Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Seeschiff 
fahrt beizutragen ist das wesentliche Anliegen des 
BSH. Grundlage für diesen Aufgabenbereich sind 
unter anderem das Seeaufgabengesetz, das Schiffs 
sicherheitsgesetz, die Schiffssicherheitsverordnung 
und das Flaggenrechtsgesetz, internationale Über 
einkommen sowie nationale und europäische Richt 
linien und Verordnungen. 
Schifffahrtstandort Deutschland 
Es besteht überhaupt kein Zweifel: Mit einer Gesamt 
beschäftigung von mehr als 200 000 Personen und 
einer Gesamtwertschöpfung von über 20 Mrd.€ 
spielt die maritime Wirtschaft in Deutschland volks 
wirtschaftlich und arbeitsmarktpolitisch eine zentrale 
Rolle. Schiffe binden bei Bau und Betrieb hohe 
Kapitalsummen - Deutschland hat einen der welt 
größten Schilfsfinanzierungsmärkte. Hiermit direkt 
verbunden sind Schiffs- und Anlagenbau, Versiche 
rungswesen und Schiffsmanagement. 
Rund 95 Prozent des interkontinentalen Warenaus 
tausches geht über See - die Tendenz ist steigend. 
Auch der Warenumschlag in den deutschen Häfen 
wächst kräftig. Nach der Nationalität der Eigner ver 
fügt Deutschland weltweit über die sechstgrößte 
Handelsflotte. Innerhalb des Europäischen Wirt 
schaftsraumes liegt die Flotte deutscher Eigner sogar 
auf dem dritten Platz. Mit dem dritten Platz in der 
Weltcontainerschiffsflotte behaupten deutsche Ree 
der seit Jahren ebenfalls einen hervorragenden 
Rang. Das geringe durchschnittliche Alter der Con 
tainerflotte von nur vier Jahren garantiert darüber hin 
aus technisch höchsten Standard. In diesem Wachs 
tumsmarkt haben sich Finanziers und Reeder erfolg 
reich positioniert. 
Doch zugleich ist die Entwicklung der Handelsflotte 
unter deutscher Flagge schwierig, um nicht zu sagen 
besorgniserregend. Wie kaum eine andere Branche 
muss sich die Schifffahrt, die zu den ältesten Welt 
märkten überhaupt zählt, dem globalisierten Wettbe 
werb stellen. Dies bekommen auch die deutschen 
Reeder zu spüren. Hohe deutsche Sozial- und Lohn 
standards haben die Kostenbelastung der deutschen 
Handelsflotte Im Verhältnis zu anderen Flotten, die In 
den Genuss günstigerer Rahmenbedingungen ge 
langen, kontinuierlich wachsen lassen. Die Folge: In 
den letzten 10 Jahren Ist der Bestand von Schiffen 
unter deutscher Flagge um etwa die Hälfte gesun 
ken, die Zahl deutscher Seeleute Ist von 14 000 auf 
6 000 zurückgegangen und auch der seemännische 
Nachwuchs geht zurück. Nur noch 482 Schiffe füh 
ren In der Internationalen Fahrt die deutsche Flagge. 
Förderung der deutschen 
Handelsflotte 
Damit „unsere Flotte“ auch In Zukunft zu den mo 
dernsten und leistungsfähigsten der Welt gehören 
kann, müssen Wettbewerbsnachtelle für den Schiff 
fahrtsstandort Deutschland abgebaut werden. Hierzu 
hat Deutschland ein Internationales Seeschifffahrts 
register (ISR) geschaffen und die Tonnagesteuer ein 
geführt. Diese Regelungen sind mit den Maßnahmen 
anderer europäischer Staaten vergleichbar. Bel allen 
nationalen Fördermaßnahmen werden die von der 
Europäischen Kommission erlassenen Richtlinien 
über Beihilfen In der Seeschifffahrt beachtet, die 
Wettbewerbsverzerrungen Innerhalb der EU verhin 
dern sollen. 
Die Bundesregierung hat auf der Dritten Nationalen 
Maritimen Konferenz In Lübeck am 26.5. 2003 zuge 
sagt, die Lohnnebenkosten weiter zu senken und die 
Tonnagesteuer belzubehalten, um damit die Wettbe 
werbsfähigkeit des Betriebs von Handelsschiffen 
unter deutscher Flagge zu verbessern. Im Gegenzug 
hatte sich der Verband deutscher Reeder (VDR) ver
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.