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Contents: Jahresbericht 1992

reich wie in den vergangenen Jahren. Um die 
Variabilität einzugrenzen, wurden die Daten in 
Sommer- und Wintermonate aufgeteilt. Für die 
Sommermonate (Abb. 7) werden deutlich gerin 
gere Medianwerte und auch kleinere Varianzen 
beobachtet als für die Wintermonate (Abb. 8). 
Auch bei Aufteilung der Meßwerte in Sommer 
und Winterwerte bleibt die Variabilität immer noch 
hoch. Der Grund dafür liegt darin, daß sie nicht 
nur durch die Temperatur (Abbauprozesse), son 
dern auch durch den Süßwasseranteil (Eintrag 
vom Land) und den Schwebstoffgehalt (hohe An 
reicherung der Kohlenwasserstoffe) der Wasser 
proben beeinflußt wird. Die jahreszeitliche Ab 
hängigkeit wird somit durch kurzzeitig veränderli 
che (meteorologische und hydrographische) Pa 
rameter überlagert. 
Die Proben aus der westlichen Ostsee zei 
gen THC-Werte zwischen 0,6 und 2,4 pg/l und 
eine heterogene Verteilung. Auch diese Werte lie 
gen in einem ähnlichen Bereich wie in den ver 
gangenen Jahren. 
Die im Juni im Atlantik gemessenen Werte 
waren um den Faktor 10 geringer als In der Deut 
schen Bucht: Während in der Deutschen Bucht 
und südlichen Nordsee die Gesamtkohlenwas 
serstoff-Konzentration zwischen 0,8 und 2 pig/l 
liegt, sinkt sie im offenen Atlantik auf 0,2 bis 
0,05 jj.g/1 ab. Neben quantitativen Unterschieden 
bestehen allerdings auch große qualitative Unter 
schiede in der Zusammensetzung, so daß erst 
die Untersuchung der Einzelkomponenten ge 
nauere Aussagen erlauben. 
Die Sammlung von auf der Wasseroberflä 
che schwimmenden Teerklumpen (Ölreste von 
Schiffen) zeigte im Atlantik, besonders am Aus 
gang des Kanals z.T. erstaunlich hohe Funde. 
Überwachung 
Auffallend war ferner die praktisch immer zu 
beobachtende Verschmutzung durch kleine, 
schwimmende Kunststoff-Teilchen. Die Untersu 
chungen auf Kohlenwasserstoffkonzentration 
während der Fahrt im April von der südlichen 
Nordsee über den Nordatlantik bis ins westliche 
Mittelmeer erbrachten praktisch das gleiche Er 
gebnis wie vor 10 Jahren (Abb. 9): Abnahme der 
Konzentration durch den Kanal und sehr niedrige 
Werte im Nordatlantik und im westlichen Mittel 
meer. Selbst Im Llgurischen Meer, wo ein Jahr 
zuvor eine große Menge Rohöl durch den Unfall 
der FIAVEN Ins Meer gelangt ist, waren alle ge 
messenen Werte extrem niedrig. Diese niedrigen 
Werte sind durch eine starke Verdunstung und 
vor allem durch einen sehr raschen biologischen 
Abbau der Erdöl-Kohlenwasserstoffe bei den ver 
gleichsweise hohen Temperaturen des Mittel 
meeres zu erklären. 
Die Konzentration der Kohlenwasserstoff- 
Einzelkomponenten liegt in der Deutschen Bucht 
- je nach Substanz und Ort - im Bereich von 
10 ng/l bis unter 20 pg/l. Die hochkondensierten 
polycyclischen Aromaten (PAH) zeigen eine sehr 
große Affinität zu Schwebstoffen, so daß Ihre 
Konzentration besonders stark vom Schwebstoff 
gehalt abhängt und einen steileren Gradienten 
von der Küste zur offenen See aufweist als die 
besser wasserlöslichen, niedrig kondensierten 2- 
und 3-Ring-Aromaten. Die zeitliche Abhängigkeit 
der Einzelkomponenten-Konzentrationen ist ähn 
lich komplex wie die der Gesamtkohlenwasser 
stoff-Konzentration. Wie die Abb. 10 exempla 
risch zeigt, sind sehr große Schwankungen wäh 
rend des Jahresverlaufs zu beobachten; auch 
hier liegen die Werte im Winter meist wesentlich 
über denen des Sommers. 
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