reich wie in den vergangenen Jahren. Um die
Variabilität einzugrenzen, wurden die Daten in
Sommer- und Wintermonate aufgeteilt. Für die
Sommermonate (Abb. 7) werden deutlich gerin
gere Medianwerte und auch kleinere Varianzen
beobachtet als für die Wintermonate (Abb. 8).
Auch bei Aufteilung der Meßwerte in Sommer
und Winterwerte bleibt die Variabilität immer noch
hoch. Der Grund dafür liegt darin, daß sie nicht
nur durch die Temperatur (Abbauprozesse), son
dern auch durch den Süßwasseranteil (Eintrag
vom Land) und den Schwebstoffgehalt (hohe An
reicherung der Kohlenwasserstoffe) der Wasser
proben beeinflußt wird. Die jahreszeitliche Ab
hängigkeit wird somit durch kurzzeitig veränderli
che (meteorologische und hydrographische) Pa
rameter überlagert.
Die Proben aus der westlichen Ostsee zei
gen THC-Werte zwischen 0,6 und 2,4 pg/l und
eine heterogene Verteilung. Auch diese Werte lie
gen in einem ähnlichen Bereich wie in den ver
gangenen Jahren.
Die im Juni im Atlantik gemessenen Werte
waren um den Faktor 10 geringer als In der Deut
schen Bucht: Während in der Deutschen Bucht
und südlichen Nordsee die Gesamtkohlenwas
serstoff-Konzentration zwischen 0,8 und 2 pig/l
liegt, sinkt sie im offenen Atlantik auf 0,2 bis
0,05 jj.g/1 ab. Neben quantitativen Unterschieden
bestehen allerdings auch große qualitative Unter
schiede in der Zusammensetzung, so daß erst
die Untersuchung der Einzelkomponenten ge
nauere Aussagen erlauben.
Die Sammlung von auf der Wasseroberflä
che schwimmenden Teerklumpen (Ölreste von
Schiffen) zeigte im Atlantik, besonders am Aus
gang des Kanals z.T. erstaunlich hohe Funde.
Überwachung
Auffallend war ferner die praktisch immer zu
beobachtende Verschmutzung durch kleine,
schwimmende Kunststoff-Teilchen. Die Untersu
chungen auf Kohlenwasserstoffkonzentration
während der Fahrt im April von der südlichen
Nordsee über den Nordatlantik bis ins westliche
Mittelmeer erbrachten praktisch das gleiche Er
gebnis wie vor 10 Jahren (Abb. 9): Abnahme der
Konzentration durch den Kanal und sehr niedrige
Werte im Nordatlantik und im westlichen Mittel
meer. Selbst Im Llgurischen Meer, wo ein Jahr
zuvor eine große Menge Rohöl durch den Unfall
der FIAVEN Ins Meer gelangt ist, waren alle ge
messenen Werte extrem niedrig. Diese niedrigen
Werte sind durch eine starke Verdunstung und
vor allem durch einen sehr raschen biologischen
Abbau der Erdöl-Kohlenwasserstoffe bei den ver
gleichsweise hohen Temperaturen des Mittel
meeres zu erklären.
Die Konzentration der Kohlenwasserstoff-
Einzelkomponenten liegt in der Deutschen Bucht
- je nach Substanz und Ort - im Bereich von
10 ng/l bis unter 20 pg/l. Die hochkondensierten
polycyclischen Aromaten (PAH) zeigen eine sehr
große Affinität zu Schwebstoffen, so daß Ihre
Konzentration besonders stark vom Schwebstoff
gehalt abhängt und einen steileren Gradienten
von der Küste zur offenen See aufweist als die
besser wasserlöslichen, niedrig kondensierten 2-
und 3-Ring-Aromaten. Die zeitliche Abhängigkeit
der Einzelkomponenten-Konzentrationen ist ähn
lich komplex wie die der Gesamtkohlenwasser
stoff-Konzentration. Wie die Abb. 10 exempla
risch zeigt, sind sehr große Schwankungen wäh
rend des Jahresverlaufs zu beobachten; auch
hier liegen die Werte im Winter meist wesentlich
über denen des Sommers.
27