Beobachten + Vorhersagen
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Zentrale Datenaufbereitung
Die zentrale Aufbereitung der meeresphysikalischen
Daten ist ein wesentliches Element, um ein gleich
bleibend hohes Qualltätsnlveau für die Analyse und
Bewertung des Zustandes der Meeresumwelt sicher
zu stellen. Daten schiffsgebundener Mess-Systeme
(wie z.B. von CTD-Sonden, des Delphin Systems
oder von im Schiff eingebauten Thermosallnogra-
phen, TSG) als auch von verankerten autonom regist
rierenden Geräten (wie Strömungsmessern oder TS-
Sonden) werden durch Im BSH entwickelte Software
aufbereitet. Die Qualltätsstandards wurden anwen
dungsbezogen entwickelt und orientieren sich am
Erkenntnisstand Internationaler Programme.
Das BSH ist der deutsche Knoten für Empfang und
Verteilung ozeanographlscher Echtzeltdaten über
das Globale Telekommunikationsnetz (GTS) der
WMO. Stündlich übertragene Messwerte der BSH-
Beobachtungssysteme werden zentral aufbereitet
und sofort an die Datennutzer weitergereicht und zu
den meteorologischen Hauptterminen über das GTS
weltweit verteilt.
2004 wurden folgende Datensätze aufbereitet:
• 304 CTD-Profile,
• 553 XBT-Profile (Einweg-Fallsonden),
• 27 TSG-Daten(Thermosalinograph)
• 6 Thermistorketten-, 8 Seacat-, 14 Strommesser
und 4 Pegelzeitreihen (verankerte Geräte)
• 3 Reisen mit Delphin-Systemen
Aufbau eines Meereskundlichen Daten-,
Informations- und Analysesystems (MEDIAN)
Ziel von MEDIAN ist es, künftig den aktuellen Mee
reszustand jederzeit darstellen und interpretieren zu
können, indem aktuelle meereskundliche Daten zen
tral für Auskünfte, Planungen und Entscheidungsfin
dungen zur Verfügung stehen. Dazu sollen die um
fassenden Datenbestände des BSH neu strukturiert
und in einer zentralen Datenbank nach dem „Data
Warehouse“-Prlnzlp fachübergreifend zusammenge
fasst werden.
Dies erfordert die Entwicklung eines skalierbaren
Softwaresystems, das den Zugriff auf die vielfältigen
Informationen erleichtert sowie die Visualisierung und
wissenschaftliche Analyse unterstützt. Grundlage Ist
ein meereskundllches Datenmodell für den zentralen
Geodatenserver von MEDIAN, das von der „ArcGIS
Marine Data Model Special Interest Group“ - einem
Zusammenschluss internationaler Experten erarbeitet
wurde. Das BSH war maßgeblich an der Entwick
lungsarbeit beteiligt.
Als Basis für das Data Warehouse wurde eine
ORACLE-Datenbank eingerichtet, auf der das mee-
reskundllche Datenmodell In einer Testumgebung Im
plementiert worden Ist. 2004 wurde das System
durch verschiedene Belsplelappllkatlonen erprobt
und optimiert. Dabei wurden Insbesondere Daten der
numerischen Modelle eingesetzt, um die Reaktions
zeiten bei der Abfrage von Massendaten zu prüfen
und ggf. zu verbessern. Die Einrichtung des Daten
modells In einem Produktionssystem Ist für 2005 vor
gesehen.
Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum
Das DOD archiviert als nationales Datenzentrum die
meereskundlichen Daten und Informationen der
Forschungs- und Überwachungsreisen; 104 Daten-
lleferungen von einzelnen Reisen oder größeren
Projekten gingen 2004 ein, wobei Qualität und Doku
mentation stark variierten. Sie werden In der Meeres
umwelt-Datenbank (MUDAB) gespeichert.
97 Datensätze wurden für OSPAR und HELCOM an
den ICES (International Council for the Exploration of