accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 2004

Beobachten + Vorhersagen 
77 
Strömungsdaten aus dem operationeilen BSH Modell 
ein. Die Tagesmittelwerte der oberflächennahen 
Strömung der Deutschen Bucht werden anhand der 
vorherrschenden Zirkulationstypen klassifiziert und 
statistisch ausgewertet. 
Generell herrscht In der Nordsee eine großräumig 
zyklonale, d.h. gegen den Uhrzeigersinn gerichtete 
Zirkulation vor, die mit einem starken Einstrom von 
atlantischem Wasser am nordwestlichen Rand und 
mit einem Ausstrom über der Norwegischen Rinne 
verbunden Ist. Die Stärke der Nordseezirkulation 
hängt von der vorherrschenden Luftdruckvertellung 
über dem Nordatlantik ab, wobei die oberflächen 
nahe Zirkulation fortlaufend durch das lokale Wind 
feld modifiziert wird. In der Deutschen Bucht bilden 
sich dabei neun typische Zirkulationsmuster aus. Die 
häufigsten Muster sind die zyklonale Zirkulation mit 
deutlichem Einstrom am SW-Rand der Deutschen 
Bucht und Ausstrom am N- und NW-Rand, die ge 
gensinnig gerichtete antizyklonale Zirkulation und ein 
variables Strömungsmuster, das zeitweise von Wir 
belstrukturen geprägt Ist. Während 2003 sowohl eine 
hohe zeitliche Variabilität der Strömungsmuster, als 
auch eine große Häufigkeit des variablen Zirkulati 
onstyp beobachtet wurde, dominierte 2004 die 
zyklonale Zirkulation, was auf eine höhere Stabilität 
des Windfelds schließen lässt. Die Prozentuale Häu 
figkeit der Zirkulationstypen betrug 2004: zyklonal 
43.7 % (40.8 %), antizyklonal 19.4 % (13.7 %) und 
variabel 21.0 % (29.6 %). Die Werte in Klammern ge 
ben die Häufigkeit für 2003 an. 
Die vom BSH seit 1993 auf drei Positionen durchge 
führten Strömungsmessungen Im Nordatlantik wur 
den Im Sommer 2004 vorerst beendet. Sie waren ein 
wesentlicher Bestandteil des vom BSH Im Rahmen 
Internationaler Programme geleisteten Beitrags zur 
Überwachung des Ozeankllmas. 
Zur Überwachung des Wasseraustauschs zwischen 
Nord- und Ostsee führte das IOW Strömungsmes 
sungen an den MARNET-Stationen „Darßer Schwelle“ 
und „Arkona-Becken“ durch. Unterschieden wird zwi 
schen der sogenannten ästuarinen Zirkulation (Aus 
strom brackigen Oberflächenwassers aus der Ostsee 
und Einstrom salzreichen Nordseewassers in der bo 
dennahen Schicht mit Zeltskalen von mehr als einem 
Monat) und den kurzzeitigen barotropen Strömungs 
fluktuationen. Während die ästuarine Zirkulation auf 
der Darßer Schwelle 2004 zwischen Februar und 
Anfang Oktober gut ausgebildet war, führten die cha 
rakteristischen barotropen Geschwlndlgkeltsfluktu- 
atlonen nur Im Februar, Mal und September zu relativ 
schwachen Einströmen salzreichen Wassers. Salz 
wassereinbrüche wurden 2004 nicht registriert. 
Seegang 
Die Schifffahrt, vor allem Küstenschifffahrt und Sport 
schifffahrt, ist auf zuverlässige Seegangsberechnun 
gen angewiesen. Informationen zur Wellenhöhe des 
Seegangs (Windsee und Dünung) und zur Dünungs 
richtung erweisen sich stets als wertvolle, ausschlag 
gebende Planungshilfen. Das BSH verfügt über fünf 
Seegangs-Messstationen. 2004 wurden die See 
gangsmessungen an der Position „PISA“ westlich 
von Westerland eingestellt; in der Ostsee wurde die 
bisherige „Arkona“-Messposltlon dauerhaft zur 
MARNET-Station „Arkona-Becken“ verlegt. Im De 
zember 2004 wurde hier ein besonderes Sturmereig 
nis mit Seegangshöhen von über 5 m beobachtet. 
Die aktuellen Seegangsdaten werden von allen 
Stationen online ins BSH übertragen und halbstünd 
lich bearbeitet, so dass der Schifffahrt, den Lotsen, 
dem Havariekommando und weiteren Nutzern ein 
kontinuierlicher Datenzugriff ermöglicht wird. 
Nährstoff- und Sauerstoffkonzentrationen 
In der Deutschen Bucht vermischt sich nährstoffrei 
ches Flusswasser mit nährstoffarmem Meerwasser.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.