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Full text: Jahresbericht 2004

Beobachten + Vorhersagen 
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Diese Schelfmeere des Atlantischen Ozeans stehen 
unter vergleichsweise starkem Einfluss des Men 
schen: Wassereinzugsgebiete mit einer der höchsten 
Besledlungsdlchten, einer Intensiven landwirtschaft 
lichen Nutzung und einer starken Industrialisierung 
der Anrainerstaaten. Daraus resultieren Einleitungen 
in Flüsse und Meer sowie ein zunehmender Schiffs 
verkehr und eine Intensive Befischung. Die Überwa 
chung von Nord- und Ostsee wird Im Rahmen des 
Bund/Länder-Messprogramms (BLMP) und nach 
dem Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) durchge 
führt. Diese Monitoringprogramme sind in die Interna 
tionalen Arbeitsprogramme des OSPAR-Überelnkom- 
mens (Übereinkommen zum Schutz der Meeresum 
welt des Nordostatlantiks) und der Helsinki-Kommis 
sion zum Schutz der Ostsee (HELCOM) eingebun 
den. Hauptziel Ist die Untersuchung der räumlichen 
Verteilung und zeitlichen Entwicklung der Nähr- und 
Schadstoffbelastung In der Meeresumwelt, um die 
wissenschaftliche Basis für nachhaltige Entscheidun 
gen Im Umweltschutz und der Entwicklung mariner 
Räume zu schaffen. 
In der westlichen und zentralen Ostsee werden die 
meereskundlichen Untersuchungen im Auftrag des 
BSH durch das Leibnitz-Institut für Ostseeforschung 
In Warnemünde (IOW) durchgeführt. 
Die Überwachung der Meeresumwelt erfolgt haupt 
sächlich durch regelmäßige Fahrten mit BSH-For- 
schungsschiffen, auf denen ozeanographische Mes 
sungen durchgeführt, sowie Wasser-, Schwebstoff- 
und Sedimentproben entnommen werden. Die Pro 
ben werden In den Laboren des BSH und des IOW 
und zum Teil an Bord auf Nährstoffe, gelösten Sauer 
stoff, Radionuklide, Schwermetalle und organische 
Schadstoffe untersucht. Das Untersuchungspro 
gramm orientiert sich weitgehend an den Vorgaben 
aus den Internationalen Messprogrammen von 
OSPAR und HELCOM sowie den Anforderungen aus 
der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). 
Die schiffsgestützte Überwachung wird durch Mes 
sungen auf den Stationen des automatisierten 
Marinen Umweltüberwachungs-Messnetzes In Nord- 
und Ostsee (MARNET) ergänzt. Grundlage für die 
Interpretation und Bewertung der Verteilung der 
Nähr- und Schadstoffe Im Meer Ist die aktuelle Be 
schreibung des ozeanographischen Zustandes und 
der Dynamik des Meeres. Dafür werden physikali 
sche Parameter wie Strömung, Seegang, Salzgehalt 
und Temperatur bestimmt. 
Die wichtigsten Beobachtungen des Umwelt-Moni 
torings finden sich unter www.bsh.de und in einem 
aktuellen Meeresumweltberlcht (MURSYS). Neben 
Untersuchungsergebnissen des BSH werden in 
MURSYS regelmäßig auch meeresphysikalische, 
meereschemische und meeresblologlsche Informati 
onen anderer Einrichtungen zusammengestellt; zu 
dem wird über außergewöhnliche Ereignisse Infor 
miert. 
Oberflächentemperaturen und Salzgehalt 
Das Jahr 2004 war mit einem Jahresmittel der Ober 
flächentemperatur von 10,8 °C das viertwärmste der 
Nordsee im Beobachtungszeitraum 1968 bis 2004. 
Mit Ausnahme des Monat Juli lagen alle Monats 
mitteltemperaturen deutlich über dem langjährigen 
Mittel. Im August und im November wurden nahezu 
Rekordwerte erreicht. Die Statistik zeigt nach 1988, 
mit Ausnahme der kurzen kälteren Phase um 1996, 
eine ausgeprägte Warmphase, die die längste und 
Intensivste seit 130 Jahren Ist. 
Das winterliche Temperaturminimum hielt sich In der 
zentralen Deutschen Bucht für etwa sechs Wochen 
zwischen Anfang Februar und Mitte März mit Tem 
peraturen um 5 °C. Der saisonale Temperaturanstieg 
setzte Im April ein, der Aufbau der saisonalen thermi 
schen Schichtung begann Mitte Mal und dauerte bis
	        
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