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Volltext : Jahresbericht 2004

Nutzung  der  Meere

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des  Adlergrundes  und  der  Pommerschen  Bucht  vorkommenden ­
  grenzüberschreitenden  Seevogelpopulationen ­
  bezogen,  wurde  der  mit  den  Anlagen  verbundene ­
  Verlust  an  Lebensraum  für  geschützte  Seevogelarten ­
  als  nicht  hlnnehmbar  beurteilt.
Mit  einer  Genehmigung  des  BSH  für  den  Windpark
und  das  stromabführende  Kabel  Ist  allerdings  nicht
gleichzeitig  das  gesamte  Projekt  genehmigt,  da  sich
die  Zuständigkeit  des  BSH  nicht  auf  das  Küstenmeer
erstreckt.  Raumordnungsverfahren  für  eine  Kabeltrasse ­
  durch  das  Küstenmeer,  die  je  nach  Bundesland ­
  unterschiedlichen  Genehmigungen  nach  Bundeslmmlsslonsschutzgesetz
  und  Landesumweltrecht,
eine  Genehmigung  nach  Wasserstraßengesetz  sowie ­
  für  die  Stromeinspeisung  In  das  Stromverbundsystem ­
  müssen  gesondert  erfolgen.  Die  Antragsteller
müssen  daher  mehrere  Verfahren  bei  verschiedenen
Behörden  zeltglelch  betreiben.  Nach  den  bisherigen
Erfahrungen  erfolgen  die  ersten  Schritte  Im  Verfahren
beim  BSH.  Hierbei  erhalten  sie  wegen  der  breiten
Beteiligung  aller  Interessengruppen  ein  realistisches
Bild  über  die  Erfolgsaussichten  des  Gesamtprojektes. ­

Belm  BSH  liegen  Insgesamt  10  Anträge  für  stromableltende
  Kabel  vor,  die  den  In  Windparks  erzeugten
Strom  In  Richtung  des  terrestrischen  Stromnetzes
transportieren  sollen,  davon  acht  In  der  Nordsee  und
zwei  In  der  Ostsee.  Hintergrund  dieser  teils  gesondert ­
  beantragten  Vorhaben  Ist  der  Umstand,  dass
dieses  Kabel  genehmlgungsrechtllch  vom  Bauvorhaben ­
  Windpark  Isoliert  zu  bescheiden  Ist.
Erstmals  wurde  2004  auch  die  Kabelanblndung
eines  Windparks  für  den  Bereich  der  AWZ  und  -  von
der  Bezirksregierung  Weser-Ems  für  den  Bereich
des  Küstenmeers  und  den  dortigen  Nationalpark
Wattenmeer  -  genehmigt.  Somit  Ist  das  bereits  2001
vom  BSH  für  12  WEA  zugelassene  Vorhaben  Borkum
West  von  PROKON  Nord  nunmehr  -  als  erstes  In
Deutschland  -  mit  allen  erforderlichen  Zulassungen

für  den  „nassen“  Bereich  ausgestattet,  so  dass  der
Projektentwickler  weitere  mit  der  Realisierung  verbundene ­
  Fragen  u.a.  der  Finanzierung,  Versicherung
und  offshoretaugllchen  Anlagentechnik  vorantreiben
kann.
Da  alle  Projekte  In  der  AWZ  In  Bereichen  großer
Wassertiefen  (15-35  Meter)  beantragt  worden  sind,
die  durch  den  Seeverkehr  genutzt  werden,  stellen
die  geplanten  Anlagen  ein  potenzielles  Hindernis  für
die  Seeschifffahrt  dar.  Daher  werden  alle  Antragsteller ­
  verpflichtet,  eine  Risikoanalyse  vorzulegen,  die
u.a.  die  Entrlttswahrschelnllchkelt  einer  Kollision
Schlff/WEA  beschreibt  und  berechnet.  Die  besondere
Bedeutung  der  Schifffahrt  wird  auch  dadurch  hervorgehoben, ­
  dass  die  Wasser-  und  Schifffahrtsdirektionen ­
  aufgrund  Ihrer  besonderen  Fachkompetenz
Zustimmungsbehörden  Im  Rahmen  des  Genehmigungsverfahrens ­
  sind.
Ferner  werden  die  Interessen  der  Marine/Bundeswehr, ­
  sowie  die  Fischerei,  bergrechtllche  Unternehmungen ­
  (Sand-,  Kiesabbau,  Öl-  und  Gasexploratlon)
und  Anlagen  Dritter  (Telekommunikationskabel,
Stromleltungen  und  Gasplpellnes)  behandelt.  Die
Verpflichtung  zum  Rückbau  der  Anlagen  nach  einer
Außerbetriebnahme  und  Aufgabe  der  Anlage  Ist  bereits ­
  In  der  Seeanlagenverordnung  enthalten  und
wurde  In  den  bisherigen  Genehmigungsbescheiden
durch  die  Forderung  einer  Bankbürgschaft  von  vornherein ­
  abgesichert.
Im  Verfahren  wird  eine  Intensive  Prüfung  der  etwaigen ­
  Auswirkungen  auf  die  marine  Umwelt  am  Maßstab ­
  einer  Umweltverträgllchkeltsprüfung  (UVP)
durchgeführt,  die  das  Maß  an  Transparenz  für  die
Interessierte  Öffentlichkeit  erhöht,  da  sich  jedermann
zu  den  öffentlich  bekannt  gemachten  und  ausgelegten ­
  Plänen  äußern  kann.  Im  Rahmen  der  UVP  werden
Naturschutzbelange  (Schweinswale,  Robben,  Fische,
Vögel,  Benthos  und  Sedimente)  umfassend  betrachtet ­
  und  diskutiert.
            
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