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Full text: Jahresbericht 2004

Seekarten und mehr 
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Seekarten und mehr 
Die Herausgabe amtlicher Seekarten und Seehand 
bücher ist in Deutschland nach dem Seeaufgaben 
gesetz die Aufgabe des BSH. Das komplette nauti 
sche Informationssystem des BSH umfasst für die 
europäischen Gewässer 510 Seekarten, 50 See 
bücher, amtliche Seekartendaten für das digitale 
Navigationsinformationssystem ECDIS sowie kleinfor 
matige Kartenserien für die Sportschifffahrt. Hinzu 
kommen amtliche Hafenhandbücher, die das BSH 
gemeinsam mit dem Deutschen Seglerverband 
(DSV) und Deutschen Motoryachtverband (DMYV) 
herausgibt. 
Aktuelle Seekarten und andere nautische Publika 
tionen gehören zur Pflichtausrüstung seegehender 
Schiffe und sind auch an Bord stets auf dem neues 
ten Stand zu halten, um Gefahren für die Schifffahrt 
und Meeresumwelt zu verhindern. Da es aufgrund 
von Strömungsverhältnissen und Sedimentumlage 
rungen laufend nautisch bedeutsame Veränderun 
gen, z.B. in den Tiefenverhältnissen der Schifffahrts 
wege gibt, müssen all diese Informationen immer 
wieder aktualisiert werden. Regelmäßig neue Infor 
mationen und Vermessungsdaten liefern die fünf 
Vermessungs- und Wracksuchschiffe des BSH, die 
zu den modernsten weltweit zählen. Je nach den ört 
lichen Gegebenheiten sieht das BSH systematische 
Wiederholungsvermessungen in Abständen von 
1 bis 30 Jahren vor. 
Seevermessung 
Seevermessung ist die topographische Aufnahme 
des Meeresbodens und der Wattflächen. Dazu zählt 
auch die Ortsbestimmung von Hindernissen, d.h. un 
bewegten Objekten unter oder über der Wasserober 
fläche. 
Das Vermessungsgebiet des BSH erstreckt sich über 
die Hoheitsgewässer und die Ausschließliche Wirt 
schaftszone (AWZ) Deutschlands. Damit umfasst es 
eine Fläche von etwa 57 000 km 2 ; dies entspricht 
einem Sechstel der Fläche Deutschlands. Sowohl die 
Deutsche Bucht als auch die südwestliche Ostsee 
sind ausgesprochen stark befahrene Gewässer, die 
nur geringe Wassertiefen aufweisen und deren vieler 
orts sandiger Meeresboden ständigen Veränderun 
gen unterliegt. Eine zuverlässige Kenntnis der aktuel 
len Meerestopographie ist also von besonderer Be 
deutung für die Sicherheit und Leichtigkeit des See 
verkehrs. 
2004 führten die Vermessungsschiffe KOMET und 
CAPELLA sowie die Vermessungs-, Wracksuch- und 
Forschungsschiffe ATAIR, DENEB und WEGA See- 
vermessungsarbelten mit Insgesamt 20 300 sm 
(37 600 km) Lotungsprofllen In der Nordsee 
(27 000 km) und In der Ostsee (10 600 km) durch. 
Hierbei lag ein Schwerpunkt der Seevermessung für 
die Nordsee In der Elbmündung und vor den Ost 
friesischen Inseln; In der Ostsee wurde die Vermes 
sung der Hauptschifffahrtswege und der Ansteue 
rungen zu den Haupthäfen auf der Grundlage der 
Kopenhagen-Deklaration der Helsinki-Kommission 
intensiv fortgesetzt. 
Der In der Kopenhagen-Deklaration zugrundegelegte 
IHO-Standard fordert u.a., dass auf den Hauptschiff 
fahrtswegen Objekte ab der Größenordnung eines 
Würfels mit zwei Metern Kantenlänge flächen 
deckend erkannt werden. Ziel ist es, die Topographie 
des Meeresbodens auf diesen viel befahrenen und 
überwiegend relativ flachen Schifffahrtswegen 
lückenlos zu bestimmen. Dementsprechend wurden 
in der Ostsee drei Fahrwassergebiete (eines In der 
Kieler Bucht und zwei vor Rügen) mit einer Fläche 
von etwa 500 km 2 hochauflösend, d.h. mit einem 
dichten Netz von Lotprofllen und mit Einsatz des 
Slde Scan Sonars vermessen. Dies ermöglicht eine 
Kombination von Tiefenvermessung und Suche nach 
Objekten auf dem Meeresboden.
	        
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