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Full text: Jahresbericht 2006

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Beobachten + Vorhersagen 
zu Klimaveränderungen Im Nordatlantik zu gewinnen. 
Das BSH betreut 45 Tiefendrifter Insgesamt sind 
weltweit über 2700 ARGO-Drlfter aktiv. 
Die Treibkörper sinken nach dem Ausbringen auf 
1 500 m Tiefe ab und folgen für 14 Tage den Strö 
mungen In diesem Tiefenniveau. Dann steigen sie an 
die Oberfläche und messen während des Aufstiegs 
die Temperatur- und Salzgehaltsverteilung In der 
Wassersäule. Die Messdaten werden an der Ober 
fläche automatisch über Satelliten an Datenzentren 
weitergeleitet und stehen Innerhalb von 24 Stunden 
weltweit zur Verfügung. Nach Übermittlung der Daten 
sinkt der Treibkörper wieder auf 1 500 m ab und be 
ginnt einen weiteren 14-Tage-Zyklus. Die Beobach 
tungen zeigen für 2006 eine zunehmende Erwär 
mung des Nordostatlantiks In den oberen 500 m 
der Wassersäule (um 0,5 °C). Diese Erwärmung, 
die auch Im Rahmen des Shlp-Of-Oppurtunlty-Pro- 
grammes (s. u.) beobachtet wurde, beeinflusst auch 
die Temperaturentwicklung In der Nordsee (siehe 
Seite 65), da zwischen beiden Seegebieten erheb 
liche Wassermassen ausgetauscht werden. 
Radioaktivitätsmessnetz 
Seit 1987 betreibt das BSH ein Radloaktlvltätsmess- 
netz, zur kontinuierlichen Überwachung von Nord- 
und Ostsee auf mögliche Einträge künstlicher, aber 
auch natürlicher Radionuklide. Es wird Im Rahmen 
des „Integrierten Mess- und Informationssystems 
zur Überwachung der Umweltradioaktivität“ (IMIS) 
und Im Auftrag des Bundesministenums für Um 
welt, Naturschutz und Reaktorsicherheit betrieben. 
Das Messnetz besteht aus sechs landgestützten 
Stationen (Küstenfestland, Inseln), sieben Stationen 
werden auf den MARNET-Statlonen betrieben und 
weitere vier Messgeräte sind auf den BSH-Schlffen 
Installiert. Die Messwerte werden stündlich abgefragt 
und Im Normalbetrleb täglich, Im Intenslvbetrleb 
zweistündlich an das Bundesamt für Strahlenschutz 
übermittelt. 2006 wurde keine außergewöhnliche 
künstliche Radioaktivität registriert. 
Ship of Opportunlty Program (SOOP) 
Das BSH beteiligt sich am weltweiten Ship of Op 
portunlty Program (SOOP). Unter SOOP sind alle 
ozeanographlschen Messaktivitäten zusammen 
gefasst, die überwiegend von Handelsschiffen auf 
Handelsrouten durchgeführt werden. Im Rahmen 
des deutschen Beitrages wird seit 1988 ein Messpro 
gramm Im Atlantik durchgeführt. Die mittels Elnweg- 
Temperatur-Fallsonden (XBT) gewonnenen Vertikal 
profile der Wassertemperatur werden spätestens 
eine Stunde nach der Messung über Satelliten an 
Land übermittelt und von dort aus weltweit über das 
Globale Telekommunikationsnetz (GTS) der Weltor 
ganisation für Meteorologie (WMO) verteilt. SOOP Ist 
ein wesentlicher Bestandteil des Globalen Ozeanbe 
obachtungssystems (GOOS). 
2006 waren Schiffe des BSH, der Deutschen Marine 
und des Fischereischutzes am SOOP In Nord- und 
Ostsee beteiligt. Die drei Containerschiffe „Rlckmers 
Genoa“ (Rlckmers Reederei), „Cap Flnlsterre“ und 
„Monte Olivia“ (beide Reederei Hamburg-Süd), die 
das BSH auf Ihren Schiffsrouten über den Atlantik Im 
Rahmen von SOOP unterstützten, haben auf Ihren 
Fahrten zwischen Europa und Amerika zusammen 
550 XBT-Proflle gemessen. 
Bel einer Gesamtschau der In 18 Jahren auf der 
Nordatlantikroute zwischen dem Englischen Kanal 
und den Neufundlandbänken gewonnenen Mess 
daten zeigt sich eine signifikante, aber regional 
unterschiedlich ausgeprägte Erwärmung der oberen 
800 m der Wassersäule. Am östlichen Rand des 
Schnittes, In dem eine starke Wechselwirkung mit der 
Nordsee beobachtet wird, wurde eine Zunahme des 
Wärmeinhaltes von mehr als 6 Prozent gegenüber 
dem Beginn der Messreihe Im Jahr 1988 beobachtet. 
Dieser Sachverhalt trägt wesentlich zum wissen 
schaftlichen Verständnis der In der Nordsee beob 
achteten Temperaturentwicklung bei, da zwischen 
beiden Seegebieten erhebliche Wassermassen 
ausgetauscht werden (siehe Seite 65).
	        
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