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Beobachten + Vorhersagen
Bucht zu erhöhten Konzentrationen. Außerhalb des
Einflussbereichs der Elbe waren In der Deutschen
Bucht keine erhöhten Werte feststellbar.
Im Untersuchungsgebiet der Ostsee lag die Belas
tung mit organischen Schadstoffen auf dem Vorjah
resniveau. Insgesamt konnten die deutlich zurück
gegangenen Belastungen für HCH bestätigt werden
Für die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwas
serstoffe (PAK) konnte keine signifikante Änderung
Atrazin-Konzentrationen (pg/L) im Oberflächenwasser, Nordsee:
Aug. 2005, Atlantik: Okt./Nov. 2005
festgestellt werden. Die regionalen Unterschiede
waren gering, als Eintragsquelle konnte nur die Oder
für partikulär eingetragene Schadstoffe Identifiziert
werden.
Das BSH beteiligte sich Im Rahmen eines Projekts an
Untersuchungen Im zentralen und südlichen Atlantik
mit FS Polarstern, um den weiträumigen Transport
von Schadstoffen zu untersuchen und um Hinter
grundwerte aus möglichst unbelasteten Gebieten zu
erhalten. Die Probennahme erfolgte im Jahr 2005
durch die GKSS, im BSH wurden die Proben auf
perfluorierte Säuren (PFC) und polare Herbizide un
tersucht. Die untersuchten Stoffe weisen Im Wasser
ausgeprägte Konzentrationsgradienten auf: Von den
europäischen Küsten- und Meeresgebieten zum
Südatlantik nehmen die Werte sehr stark ab und
liegen vor der Küste Südafrikas oft unterhalb der
Bestimmungsgrenzen. Die dort beobachteten Werte
können bei der Bewertung der Monltorlngergebnlsse
als ökologische Qualitätsziele herangezogen werden.
Im Rahmen eines Anfang 2006 beendeten, vom
Umweltbundesamt geförderten, Forschungsprojektes
wurde das Vorkommen perfluorierter organischer
Säuren (PFC) in der Meeresumwelt untersucht. Diese
neue Stoffklasse ist erst seit wenigen Jahren von
höchster Aktualität, weil die Verbindungen In großen
Mengen, u. a. bei der Oberflächenbehandlung
zahlreicher Materialien (von Papier über Kleidung
bis zu Teppichen), Verwendung finden und sich In
der Umwelt als sehr beständig (persistent) erwiesen
haben. Nach Entwicklung sehr empfindlicher Be
stimmungsmethoden für Seewasser-, Sediment- und
Blotaproben, wurden In den Jahren 2003 bis 2005
auf mehreren Forschungsfahrten In die Nord- und
Ostsee repräsentative Proben gezogen. Die Ergeb
nisse zeigten, dass die PFC weiträumig Im Meer
nachzuweisen sind. Die Medianwerte für Meer
wasser lagen Im Bereich von 4 bis 2800 pg/L; die
höchsten Konzentrationen wurden stets für PFOA
(Perfluoroctansäure) und PFOS (Perfluoroctysulfon-
säure) gefunden. Während in der westlichen Ostsee
eine relativ gleichmäßige Konzentrationsverteilung
vorlag, waren In der Nordsee deutliche Gradienten