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Full text: Jahresbericht 2006

Beobachten + Vorhersagen 
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Der über Jahrzehnte signifikant abnehmende Trend 
der Metallgehalte in der Feinkornfraktion des Ober 
flächensediments konnte bis 1999 vor allem im durch 
den Elbeeinstrom direkt beeinflussten Schlickfallge 
biet südöstlich von Helgoland beobachtet werden. 
In den Jahren 1999 und 2000 wurden dann wieder 
deutlich erhöhte Metallgehalte beobachtet. In den 
folgenden Jahren, auch in 2006, blieb die Streuung 
der Messwerte relativ zu den Vorjahren hoch. Betrof 
fen sind vor allem die mit der Elbe in erhöhten Men 
gen transportierten Elemente Quecksilber und Silber. 
Im selben Gebiet wird seit August 2005, Nähe Tonne 
E3, Sediment aus dem Hamburger Hafen umgela 
gert. Dies führte zu um den Faktor 3 erhöhten Queck 
silbergehalten gegenüber dem Zeitraum 1995 bis 
1999. Ähnlich stark fiel der Effekt bei Silber, Zink und 
Kupfer aus, besonders deutlich war er bei Cadmium, 
welches sogar um den Faktor 4 angereichert war. 
Mit Abschluss der Sedimentumlagerung ging die 
beobachtete Metallbelastung Anfang 2006 wieder 
deutlich zurück. 
Die gelösten Metalle zeigten eine typische räum 
liche Verteilung mit niedrigen Konzentrationen in der 
äußeren Deutschen Bucht und einem zunehmenden 
Gradienten in Richtung Küste. Während in Küsten 
nähe vor allem die Metalle Zink, Quecksilber und 
Cadmium die Hintergrundwerte deutlich überstiegen, 
wurden in der offenen Nordsee bei Salzgehalten 
größer 34 überwiegend Konzentrationen im Bereich 
der Hintergrundwerte gemessen. 
Die Metallgehalte im Oberflächenwasser der west 
lichen und mittleren Ostsee zeigten im Jahr 2006 
keine gravierenden Veränderungen gegenüber den 
Vorjahren. Der Salzwassereinbruch im Jahr 2003 
wirkte sich nur geringfügig auf das Tiefenwasser des 
Bornholmbeckens aus, im Landsorttief wurde keine 
Wirkung auf die Metallgehalte festgestellt. 
In den Schwermetallgehalten des Oberflächensedi 
ments der westlichen Ostsee kann seit dem Beginn 
des regelmäßigen BLMP Monitoring im Jahr 1998 
noch kein Trend festgestellt werden. Auffällig sind 
die über die Jahre regelmäßig gemessenen erhöhten 
Metallgehalte im Arkona-Becken. Für eine zeitliche 
Rekonstruktion der Metallbelastung in diesem Gebiet 
wurde 2005 durch das IOW eine Sedimentkernprobe 
entnommen. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, 
dass vor allem das Quecksilber Ende der fünfziger 
Jahre ein Belastungsmaximum in dieser Region auf 
wies. Die Ursachen hierfür sind bisher nicht bekannt. 
Organische Schadstoffe 
Der größte Teil der heute bekannten 18 Mio. che 
mischen Verbindungen sind organische Stoffe. Von 
diesen besitzen ca. 20000 eine industrielle Bedeu 
tung und werden in größeren Mengen hergestellt. 
Etwa 2000 Stoffe werden als umweltrelevant ange 
sehen (Schadstoffe), weil sie giftig (toxisch) oder in 
der Umwelt beständig (persistent) sind und/oder sich 
in der Nahrungskette anreichern können (bioakkumu- 
lierbar). Das BSH bestimmte im Rahmen seiner Moni 
toring-Fahrten bis zu 120 verschiedene Schadstoffe 
im Seewasser, in Schwebstoffen und in Sedimenten. 
Das Sonderprogramm, mit dem der Einfluss des 
Frühjahrshochwassers der Elbe in der Deutschen 
Bucht untersucht wurde, zeigte auch für den Bereich 
der organischen Schadstoffe keine signifikanten 
Beeinträchtigungen. 
Die meisten Schadstoffe wurden 2006 in ähnlichen 
Konzentrationen wie in den Vorjahren beobachtet, 
allerdings sind noch nicht alle Analysen abgeschlos 
sen. Ähnlich wie im Vorjahr waren die Konzentrationen 
verschiedener Herbizide relativ hoch. Immer noch 
ist Atrazin großräumig nachweisbar, obwohl seine 
Anwendung schon seit Mitte der 90er Jahre in 
Deutschland und anderen europäischen Ländern 
nicht mehr zugelassen ist. 
Die im Jahr 2004 in der Elbe beobachteten sehr 
hohen Konzentrationen von l-HCH und J-HCH 
(Nebenprodukte des Insektizids Lindan) waren z. T. 
auch 2006 noch zu beobachten und führten auf 
einigen Mess-Stationen in der inneren Deutschen
	        
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