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Object: Jahresbericht 1884

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 51. B<1., Nr. 2 
II. Der Reisebericht. 
(Alle Zeitangaben in [wahrer] Ortszeit.) 
Erster Abschnitt: Die Ausreise bis zu den Tropen. 
1. Die Fahrt durch die Westwindzone (10. bis 21. Oktober 1930). 
Der Frachtdampfer „Livadia“ (3100 t) der Hamburg-Afrika-Linie, unter Führung von Kapitän 
Hau schild, lief am Freitag, dem 10. Oktober 1930, aus dem Hamburger Hafen aus. Zur 
Ergänzung der Ladung wurden zunächst mehrere Plätze angelaufen: Bremen am 11. Oktober 
(9 h 15 IU bis 19 h 02 m ), Antwerpen vom 13. Oktober (8 h 30 m ) bis 14. Oktober (13 h 55 m ) und Le Havre, 
wo große Ladung übernommen wurde, vom 15. Oktober (15 h 52 m ) bis zum Morgen des 18. Ok 
tober (3 h 55 m ). Erst als nach Beendigung des Ladegeschäftes die Decks frei wurden und das 
Expeditionsgepäck zugänglich, begannen wir (am Abend des 17. Oktober) mit den regelmäßigen 
meteorologischen Aufzeichnungen, die im Tagebuch in extenso folgen (siehe Seite 48), und am 
gleichen Tage auch mit den ersten drei Pilotballonaufstiegen. 
Bei allen unseren Arbeiten erfreuten wir uns der tatkräftigen Unterstützung des Kapitäns 
und der Schiffsoffiziere, vor allem des 1. Offiziers, Herrn Sebastian. Gerne wollen wir auch 
an dieser Stelle unseren Dank dafür zum Ausdruck bringen. 
Die meteorologische Hütte wurde auf dem Peilkompaßdeck so hoch angebracht, daß sie frei 
nach allen Seiten dem Wind ausgesetzt war, und sorgfältig vertäut. Trotzdem machten sich 
die Erschütterungen durch den Wind in der Verbreiterung der Registrierkurven durch den 
schwingenden Schreibhebel recht unangenehm bemerkbar (ebenso auf der Rückreise auf der 
„Wigbert“). Die Konstruktion von Spezialthermographen und -hygrographen für den Beob 
achtungsdienst auf Schiffen ist dringend zu fordern und auch kaum mit besonderen Schwierig 
keiten verbunden. Erst dann kann man die Registrierungen auch von stürmischen Wetterlagen 
zu detaillierten Untersuchungen heranziehen, zum Beispiel die auf See so markant auftretenden 
Diskontinuitäten bearbeiten. 
In der Abbildung 11 (Seite 27) ist der Reiseweg dargestellt und sind die Positionen einge 
tragen, auf denen Pilotballonaufstiege gemacht wurden. 
Nachdem wir am Morgen des 19. Oktober das Leuchtfeuer von Ouessant (W-Spitze der 
Bretagne) gerundet hatten, wurde Kurs auf Cap Finisterre abgesteckt; denn Funchal auf Madeira 
sollte als nächster Hafen angelaufen werden. 
Die Fahrt durch die Westwindzone unserer Breiten bot ein typisches und darum klares 
Bild des Witterungsablaufes. Vom 11. bis 16. Oktober waren die eng zusammengehörigen 
Glieder einer Tiefdruckgruppe (53. Familie nach der Zählung der Bergener Studienwetterkarten) 
nordwärts vorbeigezogen. Das befahrene Gebiet lag immer auf der Vorderseite der weit 
draußen auf dem Atlantik dem hohen Norden zustrebenden Depressionen. Vom Passieren der 
Doverstraße an (Nacht 14./15. Oktober) bis zur Beendigung des Aufenthaltes in Le Havre 
17./18. Oktober) wurde die Vorderseite der Depressionen von einem einheitlichen, mächtigen
	        
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