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Die Wasserstände blieben 12 - 25 Stunden lang in Höhe des Alarmpegels. Bezogen auf den
Referenzwasserstands-Indikator (541 cm am 7. April) dauerte die Sturmflut zwischen 27
Stunden in Wismar/Warnemünde und 54 Stunden in Kotobrzeg.
Abb. 6.14.2. Wasserstandsänderungen während der Sturmflut vom April 1995
6.15 November 1995
Meteorologische Lage
Dem starken Nordsturm vom 3. - 5. November 1995, der das gesamte Ostseegebiet betraf,
ging am 1. November ein schwächerer Sturm voraus, der vor allem an den westlichen und
mittleren Küstenabschnitten nicht zu bedeutenden Pegelanstiegen führte. Dieser
schwächere Vorläufer hing mit einem Tief zusammen, das sich am 1. November um 00 UTC
südlich von Öland gebildet hatte und in den darauffolgenden Stunden über die südliche
Ostsee hinwegzog. Unter allmählicher Verstärkung erreichte das Tief die litauische Küste
und zog von dort aus weiter nach Ost-Südost in Richtung Weißrussland. Bereits am Abend
des 1. November wurde das Tiefdruckgebiet von starken NO-O-Winden im Bereich der
südöstlichen Ostsee begleitet. Der Wind nahm auf 6-8 Bft, in Böen 9 Bft zu, drehte dann in
den Morgenstunden des 2. November und flaute auf 7 - 5 Bft ab (Abb. 6.15.1.).