Beobachten + Vorhersagen
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GMES wiederum ist der europäische Beitrag zu
GEOSS. Wesentliche Elemente sind die verbesserte
Koordination existierender Strategien und Systeme
zur Erdbeobachtung und die Identifizierung von
Möglichkeiten zur Schließung von Daten- und
Informationslücken, die Einbindung der Entwick
lungsländer und der offene und kostengünstige
Austausch von Beobachtungen. Übergeordnetes Ziel
ist ein umfassendes, koordiniertes und nachhaltiges
Erdbeobachtungssystem von Systemen (GEOSS) zu
schaffen.
Werkstätten
Die Werkstätten haben einen Großteil der Geräte, die
im Berichtsjahr bei Arbeiten auf See zum Einsatz ka
men, in Stand gehalten und teilweise an neue tech
nische Entwicklungen angepasst. Im Wesentlichen
handelte es sich dabei um Geräte zur Entnahme
von Wasser- und Sedimentproben, Vorrichtungen zur
Durchführung von Baumusterprüfungen sowie Aus
rüstungsgegenstände für die MARNET- und FINO-
Stationen. In zunehmendem Maße wird Unterstützung
bei Installations- und Wartungsarbeiten auf See
geleistet, gelegentlich auch bei Probennahmen.
Meeresumwelt-Symposium
Seit 1990 veranstaltet das BSH im Auftrag des
Bundesumweltministenums ein jährliches Meeres
umwelt-Symposium, um mit Vertretern aus Wissen
schaft, Verwaltung und Politik aktuelle Themen des
Meeresumweltschutzes zu diskutieren. Im Mittelpunkt
des Meeresumwelt-Symposiums 2007 standen
Themen der biologischen und chemischen Meeres
überwachung, Umweltauswirkungen der Fischerei
(z. B. illegale Fischerei, Auswirkungen auf die Lebens
vielfalt) und der Schifffahrt (z. B. Regelungen der
Schiffsemissionen) sowie Auswirkungen von klima
tischen Veränderungen auf die Meeresumwelt.
OSPAR- Übereinkommen
Das BSH ist aktiv eingebunden in die Arbeiten
verschiedener Gremien des Übereinkommens zum
Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks
(OSPAR-Übereinkommen).
Das „Environmental Assessment and Monitoring
Committee“ (ASMO) ist zuständig für die Festlegung
mariner Umweltmessprogramme und die gemein
same Bewertung des chemischen und ökologischen
Zustandes der Meeresumwelt. ASMO arbeitet inten
siv an der Erstellung des Qualitätszustandes für die
Meeresumwelt des OSPAR-Gebiets (QSR 2010), der
2010 in der OSPAR-Kommissionssitzung mit Minister
beteiligung verabschiedet werden soll. Zur Koor
dinierung des QSR 2010 wurde die Arbeitsgruppe
„Management Group for the QSR 2010“ eingesetzt,
die im März 2007 im BSH tagte und u. a. die ersten
Beiträge zum QSR 2010 begutachtet hat.
Die Working Group on Concentrations, Trends and
Effects of Substances in the Marine Environment
(SIME) überwacht und lenkt die Durchführung des
Joint Assessment and Monitoring Program mit einem
besonderen Fokus auf dem Co-ordinated Environ
mental Monitoring Programme (CEMP). Das Moni
toring wird in einem ständigen Prozess an aktuelle
Anforderungen angepasst. Wichtige Aspekte sind
hierbei die Bewertung der aktuellen Liste prioritärer
Schadstoffe und die Festlegung von Bewertungs
kriterien für das Monitoringprogramm.
Die Working Group on Monitoring (MON) wertet die
CEMP-Ergebnisse aus und veröffentlicht diese in
jährlichen Berichten. Es werden räumliche Vertei
lungen und zeitliche Trends der Schadstoffbelastung
mit statistischen Kenngrößen beschrieben und
zu Bewertungskriterien in Beziehung gesetzt. Die
Schwerpunkte der diesjährigen Arbeiten lagen auf
der Untersuchung von Schadstoffbelastungsdaten
aus marinen Sedimenten und der Untersuchung
von Bioindikatoren, die eine Belastung durch zinn
organische Verbindungen (TBT) anzeigen können.
Weitere aktuelle Schwerpunkte sind die Weiterent-