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Full text: Jahresbericht 2007

Beobachten + Vorhersagen 
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Forschungsplattform FINO 1 
Auf der vom Bundesumweltministenum geförderten 
Forschungsplattform FINO 1, die seit 2003 ca. 40 km 
nördlich von Borkum In Betrieb Ist, wird untersucht, 
welchen Belastungen Offshore-Wlndenergleanlagen 
durch die physikalischen Bedingungen auf See 
ausgesetzt sind und welchen Einfluss diese Anlagen 
auf die marine Umwelt haben. Die Wetter- und Belas 
tungsdaten an der Plattformkonstruktion werden vom 
Deutschen WIndenergle-lnstItut (DEWI) gemessen, 
die ozeanographlschen Umweltmessungen führt das 
BSH durch. Registrierte Nutzer von FINO-Daten kön 
nen seit Anfang 2007 überein passwortgeschütztes 
Internetportal direkt auf diese Daten zugreifen. 
Internationales Ozeanbeobachtungsprogramm 
ARGO 
Das BSH beteiligte sich 2007 am ARGO-Programm 
mit der Ausbringung weiterer 13 autonom arbeitender 
Tiefendrifter Im Nordatlantik, u. a. mit dem Ziel, Aus 
sagen zu Klimaveränderungen zu gewinnen. Die 
Tiefendrifter messen die Temperatur- und Salzvertei 
lung Im Ozean und senden Ihre Daten über Satelliten 
an Datenzentren, wo sie nahezu unmittelbar zur 
Verfügung stehen. Das BSH betreut zzt. 52 Tlefen- 
drifter; die Marke von weltweit angestrebten 3000 
ARGO-Drlfter wurde Im November 2007 überschritten; 
damit Ist das Messnetz jetzt vollständig In Betrieb. 
Ab 2008 wird der deutsche Beitrag zum ARGO-Pro- 
gramm vom BSH koordiniert und operationeil betreut. 
Die Beobachtungen für 2007 zeigen eine zuneh 
mende Erwärmung des Nordostatlantiks um etwa 
0,5 °C seit 1998 In den oberen 500 m der Wasser 
säule. Durch den massiven Wasseraustausch mit 
dem Atlantik wirkt sich diese Erwärmung auch auf 
die Nordsee aus. Die aus den ARGO-Daten ermit 
telten Temperaturtrends lassen sich auch In anderen 
Messprogrammen wiederfinden, so zum Beispiel 
dem Shlp-Of-Opportunlty-Programm oder den 
Dauermessungen des ICES Im Fair Isle Current. 
Durch die weltweite Datenabdeckung des ARGO- 
Programms lassen sich diese Veränderungen erst 
malig Im globalen Kontext Interpretieren. Die Ursache 
für die Erwärmung liegt In der abnehmenden Stärke 
des Subpolarwirbels und einem verstärkten Vordrin 
gen von subtropischen Wassers In höhere Breiten. 
Shlp of Opportunlty Program (SOOP) 
An diesem weltweiten Programm, das alle ozeano 
graphlschen Messaktivitäten zusammenfasst, die 
überwiegend von Handelsschiffen auf Handelsrouten 
durchgeführt werden, beteiligt sich das BSH seit 
1988 mit Messungen Im Atlantik. Die mittels Elnweg- 
Temperatur-Fallsonden (XBT) gewonnenen Vertikal 
profile der Wassertemperatur werden spätestens 
eine Stunde nach der Messung über Satelliten an 
Land übermittelt und von dort aus weltweit über das 
Globale Telekommunikationsnetz (GTS) der Weltor 
ganisation für Meteorologie (WMO) verteilt. SOOP Ist 
ein wesentlicher Bestandteil des Globalen Ozeanbe 
obachtungssystems (GOOS). 
2007 waren Schiffe des BSH, der Deutschen Marine 
und des Fischereischutzes am SOOP In Nord- und 
Ostsee beteiligt. Die zwei Containerschiffe „Rlckmers 
Genoa“ (Rlckmers Reederei) und „Monte Olivia“ 
(Reederei Hamburg-Süd), die das BSH auf Ihren 
Schiffsrouten über den Atlantik Im Rahmen von SOOP 
unterstützten, haben auf Ihren Fahrten zwischen 
Europa und Amerika zusammen 581 XBT-Proflle 
gemessen. 
Die 19-jährige Zeltreihe auf der Nordatlantikroute zeigt 
zwischen dem Englischen Kanal und den Neufund 
landbänken eine deutliche Zunahme der Tempera 
turen und des Wärmeinhalts In den oberen 800 m. 
Am westlichen Rand macht sich die Verlagerung des 
Golfstroms nach Norden In einer besonders starken 
Zunahme des Wärmeinhalts bemerkbar. Aber auch 
Im Ostatlantik werden - In guter Übereinstimmung mit 
den Erkenntnissen aus dem ARGO-Programm - 
zunehmend höhere Wärmeinhalte beobachtet.
	        
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