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Full text: Jahresbericht 2007

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Beobachten + Vorhersagen 
tration von 43,2 ± 6,3 |jmol/L ermittelt. Bei einem 
Orientierungswert von 14 pmol/L ist auch für die Stick 
stoffverbindungen dieser Zielwert noch nicht erreicht. 
Die Konzentration von Silikat, ein wichtiger Nährstoff 
für Kieselalgen, ist anthropogen wenig beeinflusst. 
Die Werte sind von Jahr zu Jahr natürlichen 
Schwankungen unterworfen. Die im Januar 2007 im 
küstennahen Bereich ermittelte Konzentration von 
30,2 ± 3,6 pmol/L erreichte die höchste Konzentration 
seit Beginn der Messungen im Winter 1936. Über 
durchschnittlich hohe Wassertemperaturen führten 
zu einem beschleunigten Remineralisierungsprozess 
von Silikat und damit zu höheren Werten. 
In der offenen See haben sich die Phosphat- und 
Silikatgehalte früheren Werten angeglichen. Die 
Stickstoffverbindungen sind jedoch bedingt durch 
atmosphärische Einträge aus Industrie und Verkehr 
Immer noch hoch. Die seit den fünfziger Jahren Im 
küstennahen Bereich registrierte Verschiebung des 
Phosphatmaximums in den Spätherbst wurde 
- wie bereits 2005 - auch Im Winter 2006/2007 nicht 
beobachtet. Der Wert vom Januar 2007 lag im Be 
reich des Wertes vom November 2006 von 
1,00 ± 0,29 pmol/L. Dies ist auf eine weit in den 
Herbst reichende Phytoplanktonentwicklung zurück 
zuführen, die das zu dieser Zeit aus dem Wattenmeer 
in das Küstenwasser abgegebene Phosphat durch 
Planktonwachstum aufgezehrt hat. 
Die Sauerstoffversorgung Im Sommer 2007 war In der 
Deutschen Bucht selbst in den tieferen Wasserschichten 
gut. Die geringste Konzentration wurde im Elbeaus- 
strombereich In Bodennähe mit knapp 70% gemessen. 
Auch dieser Wert ist noch befriedigend. Kritisch für 
Meerestiere wird es ab Sättigungswerten unter 50%. 
Der Zustand der Ostsee wird im Auftrag des BSH 
durch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung 
untersucht. Hierzu werden 5 reguläre Monitoring- 
Fahrten durchgeführt, die alle vier Jahreszeiten sowie 
zusätzliche Untersuchungen Im März/Aprll während 
der Frühjahrsblüte umfassen. Die Nährstoffkonzentra 
tionen In der Oberflächenschicht der Ostsee weisen, 
den Verhältnissen In der Nordsee ähnlich, einen für 
die gemäßigten Breiten typischen Jahresgang auf. 
Für Trendaussagen wird auch hier die Winterphase 
genutzt. 
Nachdem In den Vorjahren teilweise extrem niedrige 
Nitratwinterwerte in der zentralen Ostsee gefunden 
wurden, lagen sie 2007 Im Bereich des langjährigen 
Mittels bzw. darüber. Als Beispiel sei die Bornholm 
see genannt; hier wurde im Winter 2007 eine Nitrat 
konzentration von 3,3 pmol/L gemessen, während 
das Mittel 2002-2006 bei 2,9 pmol/L lag. Bei den 
Phosphatkonzentrationen wurde in weiten Teilen 
der zentralen Ostsee in den Jahren 2006 und 2007 
ein Rückgang beobachtet, nachdem Im Jahr 2005 
extrem hohe winterliche Phosphatkonzentrationen 
gemessen wurden. Lediglich In der Arkona- und Born 
holmsee lagen die Werte noch darüber. So wurden Im 
Winter 2007 In der Bornholmsee Immer noch 0,77 pmol/L 
gemessen (Mittel 2002-2006: 0,69 pmol/L). Das 
Nitrat/Phosphat-Verhältnis liegt in der winterlichen 
Deckschicht mit Werten von 4-6 weit unterhalb des 
Redfield-Verhältnlsses von 16:1. Damit kann es unter 
geeigneten meteorologischen Bedingungen Im Sommer 
zu Massenentwicklungen von Cyanobakterlen (Blau 
algen) kommen, die in der Lage sind bei Nitratlimitie 
rung Stickstoff aus der Luft zu fixieren. 
Das mit dem letzten großen Salzwassereinbruch 
2003 in die Ostsee gelangte sauerstoffhaltigere 
Nordseewasser Ist seit 2005 kaum noch spürbar. 
Verstärkt durch den Abbau organischer Substanzen 
hatte dies zur Folge, dass die Konzentration von 
Schwefelwasserstoff in den Tiefenbecken nördlich 
und westlich Gotland seit 2005 Immer weiter zunahm. 
Durch die leichte barokllne Einstromtätigkeit 2006 
und 2007 Ist die Situation vom Bornholmbecken bis 
zur Danzlger Bucht zur Zeit jedoch besser als 2005. 
Auch Im östlichen Gotlandbecken kam es im Mai 2007 
In Bodennähe kurzzeitig zu einer Abnahme der 
Schwefelwasserstoffkonzentrationen. Bereits im Herbst 
wurden wieder hohe Werte gemessen. Gegenwärtig 
Ist im Bereich des Gotlandtiefs die Wassersäule 
zwischen 137 m und dem Boden (239 m) anoxlsch. 
Im Landsorttief wird zwischen 90 m und dem Boden 
(459 m) Schwefelwasserstoff gefunden.
	        
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