Geodaten-Management
61
Geodäten
ln der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft
erhalten Geodäten eine Immer größere wirtschaftliche
Bedeutung und können entscheidend zum Standort
vorteil eines Landes oder einer Region beitragen.
Die vom BSH erfassten und prozessierten hydro- und
ozeanographlschen Geodäten sind eine wesentliche
Grundlage für den effektiven Meeres- und Küsten
schutz, für die Sicherheit und Leichtigkeit der Schiff
fahrt, für alle Aktivitäten der Offshore-Industrle, sowie
für eine Integrierte marine Raumplanung.
Für die Lösung der verschiedenen Problemstellungen
Ist es wichtig, dass die unterschiedlichen Fachdaten
schnell und einfach miteinander verknüpft werden
können, um mit Hilfe einer harmonisierten Visualisie
rung und Analyse eine möglichst umfassende Inter
pretation zu ermöglichen. Mit der Geodaten-Infrastruk-
tur des BSH wird ein Werkzeug zur Verfügung gestellt,
das sowohl den externen Zugriff auf BSH-Geodaten
als auch den fachinternen Austausch vereinfacht.
Aufbau einer zentralen Geodaten-
Infrastruktur
Das BSH baut gegenwärtig eine zentrale Geodaten-
Infrastruktur (GDI-BSH) auf, In der künftig die ge
samten Geobasls- und Geofachdaten des BSH zur
Verfügung gestellt werden sollen. Mit der GDI-BSH
werden die verschiedenen Geodäten des BSH kom
patibel, wodurch eine optimale Nutzbarkeit für den
Internen und externen Gebrauch erreicht wird.
2007 wurde die erste Installation des Geodaten-
portals fertiggestellt. Neben der Suchmöglichkeit
nach Geodäten über Metadaten wurden Internet-
Kartendlenste für die folgenden Fachsysteme ein
gerichtet:
• Geobaslsdaten des Nautisch-hydrographischen
Informationssystems (NAUTHIS),
• Daten des marinen Umweltmessnetzes (MARNET),
• Daten des operationeilen Modellsystems des BSH,
• Wasser- und Sedimentdaten aus der Meeresum
weltdatenbank (MUDAB),
• Informationen des Continental Shelf Information
System (CONUS),
• Daten der Schiffs- und Stationsmeldungen aus
dem Global Telecommunication System (GTS),
• Oberflächentemperaturkarten und -daten für
Nord- und Ostsee,
• Chlorophyll- und Temperaturdaten aus der Fern
erkundung,
• Daten der Datenbank der Gewässerverunreini
gungen sowie
• Stationsmeldungen aus dem Eisdienst.
Gleichzeitig Ist das meereskundllche Daten-, Infor
mations- und Analysesystem (MEDIAN) In die GDI-
BSH überführt worden.
Das BSH liefert mit seiner GDI einen Baustein für die
nationale Geodatenbasls, das Geodatenportal des
Bundes (GDI-DE). Über diese GDI-DE werden die
Daten des BSH auch für die europäische Initiative
„Infrastructure for Spatial Information In Europe“
(INSPIRE) zugänglich, In der alle EU-MItglleder Ihre
Geodäten über ein gemeinsames Portal bereitstellen.
Geodaten-Fachanwendungen
CONTIS - Continental Shelf Information System
In CONTIS wurden die Geolnformatlonen zu Offshore-
Nutzungen In Nord- und Ostsee, vor allem für die
deutschen Meeresgebiete, weiter laufend aktualisiert.
Insbesondere wurden aus diesem Informationssystem
heraus eine Reihe von Karten für das Verfahren nach
dem UN/ECE-Überelnkommen über die Umwelt-
verträgllchkeltsprüfung Im grenzüberschreitenden
Rahmen („Espoo-Konventlon“) für die geplante Gas-
pipeline „Nord Stream“ erstellt. Die CONTIS-Geoda-
tenbank war außerdem eine wesentliche Grundlage
für die Entwurfserstellung eines Raumordnungsplans
In der AWZ von Nord- und Ostsee. Daneben wurden
für die Web-Kartendlenste, die Im Zuge der GDI-BSH
geplant sind, Metadatenkataloge für die einzelnen
CONTIS-Dlenste erstellt.