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Full text: Jahresbericht 2008

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Beobachten + Vorhersagen 
Die Sedimente der Nordsee sind zum überwiegenden 
Teil stark sandig, nur lokal finden sich Schlickabla 
gerungen, die nennenswerte Konzentrationen von 
künstlichen Radionukliden beinhalten. Die Profile von 
Cs-137 und Pu-(239+240) in einem Sedimentkern 
von einer Station südöstlich Helgoland (KS11) zeigen 
einen unregelmäßigen Verlauf, welcher auf starke 
Umlagerungen des Sedimentes durch Sturmereig 
nisse hindeutet. 
Das Cs-137 aus dem Tschernobyl-Unfall wurde 
in den Sedimenten der westlichen und zentralen 
Ostsee regional sehr unterschiedlich deponiert. Die 
höchste Konzentration findet sich vielfach nicht mehr 
an der Sedimentoberfläche, sondern je nach Ort in 
Tiefen von 2 bis 8 cm. 
Sowohl die Ergebnisse des Radioaktivitätsmess 
netzes als auch die Resultate der nuklidspezifischen 
Analysen gehen In das „Integrierte Mess- und Infor 
mationssystem zur Überwachung der Umweltradio 
aktivität“ (IMIS) des Bundesministenums für Umwelt, 
Naturschutz und Reaktorsicherheit ein und werden In 
der Zentralstelle des Bundes (ZdB) In München-Neu- 
herberg gesammelt. Das Radioaktivitätsmessnetz 
des BSH besteht aus sechs landgestützten Stationen 
(Küstenfestland, Inseln), sieben Stationen werden 
auf der Hohen See auf MARNET-Stationen betrieben 
und weitere drei Messgeräte sind auf BSH-Schlffen 
(ATAIR, WEGA, DENEB) Installiert. Die Messwerte 
werden stündlich abgefragt und nach erfolgter Vali 
dierung Im Normalbetrleb täglich, Im Intensivbetrleb 
(Ereignisfall) zweistündlich an die ZdB übermittelt. 
2008 wurde keine außergewöhnliche künstliche 
Radioaktivität im Messnetz registriert. 
Die Strahlenexposition des Menschen durch den 
Verzehr von Meeresfischen und -früchten aus Nord- 
und Ostsee beträgt nur einen Bruchteil der natürlichen 
Strahlenbelastung. Sie liegt bei etwa 0,3 pSv/Jahr 
effektiver Äquivalentdosis und damit sogar deutlich 
unter der nach Internationalen Regeln des Strahlen 
schutzes „trivialen Dosis“ von 10 pSv/Jahr. 
Schwermetallkonzentrationen 
Metalle werden vor allem durch natürliche Prozesse 
In der Umwelt mobilisiert. Die wichtigsten sind Ver 
witterungsprozesse und Vulkanismus. Auch ohne 
menschliche Aktivitäten sind Metalle Bestandteil der 
marinen Umwelt. Diese Grundbelastungen Im Was 
ser, Schwebstoff und Sediment werden als Hinter 
grundwerte bezeichnet. Die in der marinen Umwelt 
beobachteten, zum Teil erheblich über den Hinter 
grundwerten liegenden Metallkonzentrationen, werden 
durch menschliche Aktivitäten verursacht, z. B. durch 
Emissionen aus Industriellen Produktionsprozessen, 
Transport und Verkehr oder der Offshore-Industrie. 
2008 bestimmte das BSH Im Rahmen von vier 
Monitoring-Fahrten In die Deutsche Bucht 14 Ele 
mente in filtriertem Seewasser und 12 Elemente im 
Schwebstoff. Durchgeführt wurde auch eine flächen 
deckende Beprobung der Oberflächensedimente, 
die der Beschreibung der langfristigen Verände 
rungen dient. Die an Insgesamt 65 Stationen gewon 
nenen Proben wurden korngrößenfraktioniert und in 
der Feinkornfraktion auf die Gehalte von 12 Ele 
menten untersucht. In der Ostsee wurde jeweils eine 
Überwachungsfahrt zur Bestimmung der Metallge 
halte im Wasserkörper und Sediment durchgeführt. 
Im Wasser und Schwebstoff wurden die Gehalte von 
fünf, Im Sediment von elf Elementen bestimmt. 
Gegenüber dem Vorjahr zeigten sich 2008 keine 
gravierenden Veränderungen In der Metallbelastung 
der Deutschen Bucht. Dies gilt sowohl für Im Wasser 
körper gelöste und an den Schwebstoff gebundene 
als auch für die im Oberflächensediment enthaltenen 
Metallgehalte. Im räumlichen Verteilungsmuster deut 
lich erkennbar Ist der Einfluss der Elbefahne und der 
mit dem Elbewasser transportierten Metallfrachten. 
Insgesamt sind seit Beginn der regelmäßigen Über 
wachung In den siebziger Jahren, vor allem Im küsten 
nahen Bereich, die Gehalte von Quecksilber, Kupfer, 
und Nickel deutlich zurückgegangen. 
Im Schlickfallgebiet südöstlich Helgolands wird seit 
August 2005 (Nähe Tonne E3) Sediment aus dem
	        
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