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sehenden Meeresströmungen in die Nordsee bzw.
Deutsche Bucht, aber auch bis in die Ostsee gelangen.
Die Ableitungen aus diesen Anlagen wurden jedoch
in den letzten Jahren für die meisten Radionuklide
soweit reduziert, dass mittlerweile die stärksten
Quellen für die Nordsee remobilisierte Radionuklide
aus dem Sediment der Irischen See und der Ober
flächenabfluss aus der Ostsee darstellen. Der hohe
Gehalt der Ostsee an Cs-137 hat seinen Ursprung Im
Kernkraftwerksunfall von Tschernobyl (1986). Durch
die Besonderheiten der Hydrographie der Ostsee
ist der Fallout aus dem Tschernobylunfall zum aller
größten Teil in der Ostsee verblieben.
Während im Wasser der Nordsee 2008 die Kontami
nation mit Cs-137 mit Werten zwischen 1 und 3 Bq/m 3
nur noch gering über der des Nordatlantiks lag,
betrug die Aktivitätskonzentration an Cs-137 Im
Jahr 2008 im Wasser der westlichen Ostsee Immer
noch zwischen 15 und 45 Bq/m 3 .
Cs-137 Bq/kg Trockenmasse
0 50 100 150 200
Bq/kg Trockenmasse
0123456789 10
137 Cs- und (Z39+Z40) Pu-Profile in Sediment
kernen von einer Station südöstlich Helgo
lands bzw. Kieler Bucht