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Full text: Jahresbericht 2008

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Beobachten + Vorhersagen 
Phytoplankton, Zooplankton und Zoobenthos 
Die 1979 begonnene HELCOM-Datenrelhe der Arten 
zusammensetzung und Biomasse bzw. Abundanz 
des Phyto- und Zooplanktons sowie des Makrozoo- 
benthos wurde Im Jahre 2007 In der Beltsee und der 
eigentlichen Ostsee fortgesetzt. 
Die Entwicklung der Frühjahrsblüte des Phytoplank 
tons begann In der Mecklenburger Bucht Anfang 
März 2007 und damit später als Im Jahr 2006. Die 
Frühjahrsblüte wurde In der westlichen Ostsee 
zum ersten Mal von Flagellaten statt wie üblich von 
Kieselalgen dominiert. Die Biomasse der Flagella 
tenart Dlctyocha speculum erreichte gegen Ende 
März extrem hohe Werte. Im Jahr 2007 schien die 
Kieselalgenblüte Im Frühjahr ausgefallen bzw. von 
den Flagellaten verdrängt worden zu sein. Auch die 
Dlnoflagellaten erschienen 2007 In der westlichen 
Ostsee vor, statt wie üblich nach den Kieselalgen. 
Die Ursachen der Umkehr der Sukzession (Abfolge 
der Artenentwicklung) In der westlichen Ostsee sind 
noch nicht klar. Der bereits seit den 90er Jahren In 
der eigentlichen Ostsee beobachtete Rückgang 
der Kieselalgen wurde 2007 erstmalig auch In der 
westlichen Ostsee dokumentiert. Die Frühjahrswerte 
des Chlorophylls-a zeigen 2007 In der Mecklenburger 
Bucht einen stark signifikanten Abfall, dagegen In 
der Arkonasee und In der Bornholmsee signifikante 
Anstiege verglichen mit Werten aus den Jahren 
1979-2006. Die Sommerwerte ergaben keinen signi 
fikanten Trend. 
Die Maxlmal-Abundanz Im Mesozooplankton zeigte 
seit den 90er Jahren In der Ostsee eine abneh 
mende Tendenz, besonders bei Rotatorlen. Die 
Maxlmal-Abundanz von Bosmlna spp. war sehr 
gering wegen niedriger Sommertemperaturen. Die 
Rippenqualle Mnemiopsis leidyi hatte In der Kieler 
und Mecklenburger Bucht mit bis zu 5 lndlvlduen/m 3 
und unterhalb der Salzgehaltssprungschicht In der 
eigentlichen Ostsee mit weniger als 1 lndlvlduen/m 3 
überwintert. 
Die Artenzahl des Makrozoobenthos an den sieben 
traditionellen Untersuchungsstationen In der süd- 
westllchen Ostsee war mit 108 die zweithöchste seit 
1991. Werden noch zwei seit 2006 zusätzlich In Be 
trieb genommene Stationen einbezogen, erhöht sich 
die Artenzahl sogar auf 133. Dies zeigt eine schnelle 
Erholung nach dem Sauerstoffschwund von 2002 
und 2005 an. Einige marine Arten, wie die Muschel 
Abra alba und der Schlangenstern Ophiura albida, 
die In früheren Jahren an den westlichen Stationen 
dominant waren, gingen wahrscheinlich wegen eines 
Absinkens des Salzgehalts zurück. Mit der Wellhorn 
schnecke Buccinum undatum und dem Pelikanfuß 
Aporrhais pespelecani wurden zwei für die Ostsee 
seltene Arten gefunden. In der zentralen Arkonasee 
sanken Artenzahl, Abundanz und Biomasse ab. Das 
Bornholmbecken war aufgrund des Sauerstoffman 
gels ohne Makrofauna. 
Vergleichbare Ergebnisse aus der Deutschen Bucht 
werden erst Im Jahr 2009 erwartet, da die bio 
logischen Untersuchungen Im Jahr 2008 In der 
Deutschen Bucht erst begonnen haben. 
Künstliche Radioaktivität 
Seit Beginn des atomaren Zeitalters gelangen welt 
weit eine Reihe künstlicher radioaktiver Stoffe In die 
Umwelt. Als Leit- und Messstelle zur Überwachung 
der künstlichen Radioaktivität betreibt das BSH nach 
Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) sowohl ein 
Radioaktivitätsmessnetz als auch die nuklld-spezl- 
flsche Analyse langlebiger Radionuklide wie Tritium 
(H-3), Strontlum-90, Technetlum-99, Cäslum-137, 
Plutoniumisotope und Amerlclum-241 In Wasser, 
Schwebstoff und Sediment von Nord- und Ostsee. 
Als Ursprung sind zunächst der Fallout nach den 
atmosphärischen Kernwaffentests In den fünfziger 
und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, 
dann auch die genehmigten Einleitungen aus kern 
technischen Anlagen zu nennen. Die wesentlichen 
Quellen für das nordwesteuropäische Schelfmeer 
waren während vieler Jahre die Wiederaufbereitungs 
anlagen für Kernbrennstoffe von Sellafleld (GB) und 
La Hague (F), deren Abwässer durch die vorherr
	        
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