Beobachten + Vorhersagen
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düngen (DIN) ein Orientierungswert von 12 pmol/L
und für Phosphat ein Wert von 0,6 pmol/L, jeweils bei
einem Salzgehalt von 29,8-31,5.
Für Phosphat Ist eine deutliche Abnahme seit
Beginn der 1990er Jahre erkennbar, die jedoch In
den letzten Jahren stagniert. Die Im Winter 2008
abgeschätzte mittlere Phosphatkonzentration liegt
Im küstennahen Bereich (Salzgehalt S = 30) bei
0,79 + 0,15 pmol/L. Dieser Wert Ist nicht mehr weit
von dem Orientierungswert von 0,6 pmol/L entfernt.
Durch das Verbot phosphathaltiger Waschmittel und
den Ausbau von Kläranlagen Ist für Phosphat der Im
Rahmen von OSPAR angestrebte „gute Zustand“ fast
erreicht. Die In der Deutschen Bucht (S = 33) ermittelte
Phosphatkonzentration von 0,56 + 0,14 pmol/L hat sich
dem Vergleichswert von 1936 (0,53 + 0,13 pmol/L) an
geglichen. In der zentralen Nordsee sind keine Un
terschiede mehr erkennbar.
Dagegen sehen die Ergebnisse für die anorganischen
löslichen Stickstoffverbindungen bei Weitem nicht
so positiv aus. Die Stickstoff-Konzentration unter
liegt starken zwischenjährigen Schwankungen und
gegenläufigen Trends. Die Im Winter 2008 Im küsten
nahen Gewässer (S = 30) abgeschätzte mittlere
Konzentration von 38,5 + 5,7 pmol/L Ist um mehr als
den Faktor 3 höher als der vorgeschlagene Orlentle-
rungswert von 12 pmol/L. Bedingt durch den stei
genden atmosphärischen Stickstoff-Eintrag (Verkehr,
Industrie, Schifffahrt) und die landwirtschaftlichen
Einträge sind die DIN-Werte nicht nur Im küstennahen
Bereich sondern auch In der Deutschen Bucht und
In der offenen See weiterhin hoch.
Die Konzentration von Silikat, ein wichtiges Nährsalz
für Kieselalgen, Ist anthropogen wenig beeinflusst.
Dies zeigt sich auch Im zeitlichen Trend. Im küsten
nahen Bereich (S = 30) wird der Verglelchswert von
1936 (18,5 + 2,9 pmol/L) zwar seit 1978 Immer wieder
erreicht, die Werte sind jedoch von Jahr zu Jahr natür
lichen Schwankungen unterworfen, die unter anderem
die biologische Variabilität widerspiegeln. Im Winter
2008 wird eine Konzentration von 23,5 + 5,4 pmol/L
abgeschätzt, welche unter den Werten der Vorjahre
liegt.
Die Sauerstoffversorgung Im Sommer 2008 war In
der Deutschen Bucht selbst In den tieferen Wasser
schichten gut. Die geringste Konzentration wurde In
der nordwestlichen Deutschen Bucht In Bodennähe
mit 75 % gemessen. Dieser Wert Ist noch befriedi
gend. Kritisch für Meerestiere wird es ab Sättigungs
werten unter 50 %.
Die Nährstoffkonzentrationen In der Oberflächen
schicht der Ostsee weisen, ähnlich wie In der Nord
see, einen für die gemäßigten Breiten typischen
Jahresgang auf. Für Trendaussagen wird die Winter
phase genutzt, In der die Phosphatkonzentrationen
In der Arkonasee mit 0,62 pmol/L Im Bereich des
Mittelwertes der Jahresreihe 2003-2007 und die
Nitratwerte mit 2,7 pmol/L erneut darunter lagen
(Mittelwert 2003-2007: 3,4 pmol/L). Das zur Produk
tion von „Aigenbiomasse“ theoretisch zu erwartende
Nitrat/Phosphat-Verhältnis von 16:1 (Redfleld-Verhält-
nls) wurde In der winterlichen Deckschicht mit einem
Wert von 4:1 somit weit unterschritten. Infolge dessen
könnte es bei der beobachteten Phosphatkonzen
tration unter hochsommerlichen meteorologischen
Bedingungen zu Massenentwicklungen von Cyano-
bakterlen („Blaualgen“) kommen, well Cyanobak-
terlen In der Lage sind, das Nitratdefizit Im Wasser
durch die Verwendung von elementarem Stickstoff
auszugleichen. Blaualgen sind bekannt für Ihr Poten
zial zur Produktion von Cyanotoxlnen und Allergenen,
die In genügend hohen Konzentrationen bzw. einer
explosionsartigen Vermehrung eine Gefährdung von
Mensch und Tier darstellen können.
Die Mecklenburger Bucht unterliegt stärkerem Land
einfluss, so dass hier die Nährstoffverhältnisse In
größerem Maße variieren können. So wurde 2008
der Fünf-Jahresmittelwert von 0,64 pmol/L für Phos
phat mit gemessenen 0,81 pmol/L deutlich über
schritten. Auch die winterlichen Nitratwerte liegen
mit 7,8 pmol/L über dem Durchschnitt der Jahresreihe
2003-2007 (4,8 pmol/L).