Seekarten und mehr
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Leuchtturm - zu installieren und die Referenzdaten
an das bis 12 sm entfernte Vermessungsschiff zu
übertragen. Das Verfahren wird dort eingesetzt, wo
ähnlich arbeitende Referenzdatensysteme der Landesvermessung
keine ausreichende Abdeckung des
Küstenbereiches bieten.
Nachdem sich 2007 bei Vergleichen zwischen der
neuen satellitengestützten Beschickung mit der alten,
wasserstandsabhängigen Methode mehrfach größere
Differenzen von mehr als 0,5 m gezeigt hatten, die
nicht eindeutig erklärbar waren, wurden 2008 erneut
vergleichende Testmessungen im Bereich Süderoogsand
durchgeführt. Die Auswertung sprach eindeutig
für die Tauglichkeit der satellitengestützten Beschickungsverfahren,
sodass einer Einführung nichts
mehr entgegen steht.
Außerdem führte das BSH gemeinsam mit dem
Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Rostock Testmessungen
mit einem lasergestützten Tiefenmesssystem
in der Ostsee vor der Insel Poel durch, bei
denen vom Flugzeug aus („Hawkeye“) operiert
wurde. Dieses als „Laserbathymetrie“ bezelchnete
Verfahren verwendet Laserstrahlen in zwei Farben,
von denen ein Strahl an der Wasseroberfläche, der
andere am Meeresboden reflektiert wird. Die Differenz
bildet die aktuelle Wassertiefe, die noch auf das
Seekartennull zu beziehen ist. Nachteil dieses Verfahrens
Ist, dass es aufgrund der für die heimischen
Gewässer typischen Wassertrübung nur in unmittelbarer
Küstennähe ersetzbar ist. Erste Auswertungen
zeigen, dass brauchbare Daten nur in der Nähe der
Küstenlinie und für Wassertiefen bis zu 10 m gewonnen
werden können. In weiteren Untersuchungen
müssen noch viele offene Fragen hinsichtlich der
technologischen und ökonomischen Parameter dieser
Technologie geklärt werden.
Bathymetrie-Datenbank
Die Bathymetrie-Datenbank des BSH enthält die
Seevermessungsdaten der Reisen deutscher Forschungsschiffe.
Im Jahr 2008 wurde dieses Archiv,
das mittlerweile Datensätze von 334 Reisen umfasst,
um 19 Datensätze der Forschungsschiffe Meteor (9),
Sonne (5) und der Maria S. Merian (5) ergänzt.
Operationsgebiete der Schiffe waren die Arktis, der
Nordatlantik, das Mittelmeer, der Indische Ozean, die
Südchinasee und der Südpazifik. Detaillierte Informationen
zu den Daten stehen auf der Webseite des
BSH bereit. Nutzer ist die nationale und internationale
Meeresforschung. Nationale (8) und internationale (10)
Datenanfragen konnten beantwortet werden.
Fortbildung zum
Seevermessungstechniker
Im November 2008 startete ein neuer zweijähriger
Lehrgang für die Fortbildung zum Seevermessungstechniker,
mit dem sich 10 Teilnehmer aus dem BSH
und den Wasser- und Schifffahrtsämtern der Küste
für die besonderen vermessungstechnischen Anforderungen
an Bord von Vermessungsschiffen fortbilden
lassen.
Seekarten und
Nautische Veröffentlichungen
Aktuelle Seekarten und andere nautische Publikationen
gehören zur Pflichtausrüstung seegehender
Schiffe und sind an Bord stets auf dem neuesten
Stand zu halten, um sicher zu navigieren und Beeinträchtigungen
der Meeresumwelt zu vermelden.
In Deutschland werden die amtlichen Seekarten
und andere nautische Veröffentlichungen vom BSH
herausgegeben und über den Zwischenhandel,
d. h. spezielle BSH-Vertriebsstellen, Buchhandel
und Sportbootausrüster vertrieben. Erstere sind
Fachhändler, die sich verpflichtet haben, ein eigenes
Lager von BSH-Seekarten und Seebüchern zu
führen und diese Publikationen bis zum Weiterverkauf
an den Kunden auf den aktuellen Stand zu
berichtigen.