Maritimer Dienstleister BSH 9
Schwerpunktbibliothek für die Sondersam
melgebiete „Physikalische Ozeanographie“
und „Seekarten“. Eine weltweit einmalige
historisch-wissenschaftliche Sammlung
von Flaschenpost-Briefen gibt Auskunft
über die Methoden, mit denen früher
Meeresströmungen erforscht wurden.
Labor Sülldorf
Chemische Untersuchungen des Meer
wassers und des Meeresbodens führt das
BSH im Labor Sülldorf in Hamburg durch.
In Laboren für spezielle Stoffe wie Stron
tium/Cäsium und Tritium sowie Transurane
(radioaktive Stoffe) und andere Einträge
wird das Meerwasser unter anderem auf
stoffliche Einträge durch die Nutzung der
Meere untersucht. Der „genetische Finger
abdruck“ von Öl wurde im Labor in Sülldorf
entwickelt. Er erlaubt, gerichtsfest die
Quelle von Ölverschmutzungen nachzu
weisen.
Laborgebäude Stintfang
Mit dem Magnetkompasslabor befindet
sich auf dem Hamburger Stintfang eine
weltweit einzigartige Spezialkonstruktion
für die Prüfung von Magnetkompassen. Es
ist in einem Gebäude untergebracht, das
aus amagnetischen Materialien erbaut
wurde. Integrierte elektrische Spulen
ermöglichen die Simulation aller Magnet
felder der Erde.
Rostock
Das BSH Rostock ist seit 2003 in einem
Gebäudekomplex auf dem Gelände der
ehemaligen Neptunwerft untergebracht.
Es ist ein, mit Hamburg gleichberechtig
ter, Dienstsitz des BSH, der Präsidentin
und Sitz des Vizepräsidenten. Gleichzeitig
ist es das Zentrum für nautische Hydro
graphie in Deutschland. Hier finden alle
Bearbeitungsschritte zur Herstellung von
Seekarten oder anderen Nautischen
Veröffentlichungen statt - von der Ana
lyse und Verarbeitung der Ergebnisse aus
der Seevermessung über die Redaktion
nautischer Veröffentlichungen bis zum
Druck der Seekarten und Seebücher
und der Herausgabe elektronischer
Seekarten.
Auch der Eisdienst für Nord- und Ostsee,
der Wasserstandvorhersagedienst für die
Ostsee und eine Außenstelle der Biblio
thek einschließlich des nationalen Seekar
tenarchivs sind im BSH Rostock unterge
bracht.
Den großen Bedarf an Rechenleistung für
alle im BSH eingesetzten Datenbanken für
die Erstellung digitaler Seekarten, die
mathematischen Vorhersagemodelle für
die Wasserstände oder für Driftberechnun
gen, aber auch die zahlreichen Datenban-