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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriutns — 57. Band, Nr. 7
wegung der KM zeitlich gut mit dem Niedersclilagsmaximum übereinstimmt. Man sieht ferner, daß das Regen
maximum, also auch die KM, schneller südlich als südwestlich sich ausbreitet, deim die Regenfällc treten in
Holländisch-Guayana früher ein als in Curasao und Venezuela. •—- An mehreren Stationen ist der Niederschlag
besonders kräftig. Die letzte Spalte der Tabelle 1 gibt an, daß gelegentlich des Einbruchs über ein Drittel der
monatlichen Niederschlagssumme ausgefällt worden ist.
Faßt man nahe beieinander liegende Stationen zu einer Gruppe zusammen und addiert deren Regen
beträge, wie dies in Tabelle II geschehen ist, so zeigt sich für die Regenmaxima wiederum eine gute zeitliche
Übereinstimmung mit dem Durchgang der KM. Das W andern des Maximums kommt hier noch besser zum Aus
druck, weil sich kleinere Ortsschwankungen in der Verteilung ausgleichen.
Am 11. hegt das Niederschlagsmaximum über Porto Rico, wandert dann nach Barbados, wo es am 13. an
langt. Oben wurde bereits dargelegt, daß es südwärts schneller an Raum gewinnt, wobei über Britisch-Guayana
am 13. kräftige Niederschläge gemessen wurden. Am 15. kommt das Regenmaximum nach Curasao und am
gleichen Tage auch nach Venezuela und Holländisch-Guayana. Die am 14., 15. und 16. vom Atlantischen Ozean
gegen die Westindischen Inseln vordringende KM prägt sich auch in der Tabelle 1 aus, indem sich an einigen
Stationen ein neuerliches Ansteigen der Regenfälle zeigt.
2. KM-Einbruch vom 2 7. 11. bis 2. 12. 193 2.
In Tabelle II sind wieder Niederschlagsmessungen für verschiedene Stationen eingetragen. Der Zusammen
hang zwischen Niederschlag und KM-Einbruch wird auch hier gezeigt. Es ist besonders interessant, daß sich
selbst die Staffelung, wie sie aus der Wetterkartenserie hervorgeht, aus den Niederschlagsmessungen zwanglos
ergibt. Zu erwähnen ist noch, daß selbst die Bewegungsrichtung des KM-Vorstoßes aus den Maxima hervorgeht.
Nach der Tabelle trifft nämhch das Regenmaximum diesmal in Curasao eher ein als in Barbados, was auch nach
der Kartenanalyse für die KM zutrifft.
3. KM-Einbruch 9.—15. März 1931.
In Tabelle IV sind die Stationen gleich zu Gruppen zusammengefaßt. Das bereits gewonnene Ergebnis,
Zusammenhang zwischen KM und Niederschlag, wird auch hier unterstrichen. Gemäß der KM-Ausbreitung fällt
diese mit den Niederschlagsmaxima zusammen und zeigen letztere damit die Wanderung des KM-Körpers an.
4. Charakter der Niederschläge.
Die Untersuchung der Beziehung zwischen Drucktendenzen und Niederschlagsverteilung zeigt einen nur
losen Zusammenhang mit der Regel, wonach geschlossene Niederschlagsgebiete am nächsten Tage Druckanstieg
verzeichnen sollen. Diese ist, wenn überhaupt in den Tropen, nur selten erfüllt. Knoch und Lohr (14) haben
im Gebiete der Westindischen Inseln KM-Einbrüclie beobachtet und geben an, daß es sich bei den Nieder
schlägen um Regen mit Aufgleitcharakter handelt. In ähnlicher Weise ist auf Seite 15 der Regen in San Juan
am 12. Oktober gedeutet worden. Die Annahme ist daher berechtigt, daß wesentlich für die Ursache des Nieder
schlages einerseits das Vorhandensein einer KM-Schieht mit aufwärts gerichtetem Luftstrom und starkem dT/dz
und andererseits die Hebung von WM in der Höhe ist. Das Auftreten von Niederschlägen der 60er-Gruppe macht
diesen Vorgang verständlich. Wir werden uns im letzten Teil dieser Arbeit noch mit dieser Frage beschäftigen.
Wir haben durch die verschiedenen Beispiele und Analysen nunmehr einen Überblick über die Entwick
lung der KM beim Vorstoß in die Tropen gewonnen und die KM vom Verlassen des Kontinents ab bis zum gänz
lichen Zerfall in äquatorialen Breiten verfolgt. Im nächsten Teil werden mm noch die aerologischen Ergeb
nisse zusammengefaßt und somit das Gesamtbild vervollständigt.
]L. Zusammenfassung der wichtigsten synoptischen Ergebnisse.
Trotz geringer vertikaler Mächtigkeit weisen die KM-Einbrüche eine große Reichweite auf. Das wird
auf die schwache Abstiegsbewegung innerhalb der Luftmasse zurückgeführt. Nach einer viertägigen Wanderung
über warmem Wasser geht die Front in Diffusion über und im Meeresniveau zerfällt die KM. In der Höhe
bleibt sie aber weiterhin wirksam. In den ersten Tagen (nach Verlassen des Festlandes) macht sich eine außer
ordentlich starke Konvektion bemerkbar (cuni und Schauerbildung), die dazu führt, daß bei Durchgang der F
kein sofortiger Druckanstieg einsetzt. Solange die F im Meeresniveau existiert, bewegen sich die Drucksteig
gebiete frontparallel. Nach Zerfall der F hört diese Bewegung auf. Die weitere Existenz der KM, jetzt in der