,Wir kommunizieren immer Meer“ - Internationale Zusammenarbeit 47
„Wir kommunizieren immer Meer“
- Internationale Zusammenarbeit
Das BSH ist die maritime Behörde in Deutschland. Zu seinen Aufgaben gehören ne
ben der Unterstützung von Seeschifffahrt und maritimer Wirtschaft, der Förderung
einer nachhaltigen Meeresnutzung und der Stärkung von Sicherheit und Umwelt
schutz auch Berichtspflichten aus internationalen Verträgen und Vereinbarungen
sowie die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien. Es ist dem BSH ein
Anliegen, seine Arbeiten und Aufgaben sichtbar und bekannt zu machen.
Deutschland beteiligte sich an
Tsunami-Übung NEAMWave12
Zusammen mit den Anrainerstaaten des
Mittelmeers und des Nordost-Atlantiks be
teiligte sich Deutschland am Dienstag, den
27. November 2012 an der Tsunami-Übung
NEAMWave12. Erprobt wurde hierbei unter
anderem der Ablauf der Kommunikation
auf Internationaler und nationaler Ebene
Innerhalb der beteiligten Stellen sowie die
Funktionsfähigkeit von Tsunami-Frühwarn-
systemen. Es handelte sich um die erste
Tsunami-Übung In Europa, die auch nationa
le Notfallpläne einschlleßt.
Für die Übung wurde als Szenario ein schwe
res Seebeben vor der Küste Portugals ange
nommen. Es entsprach dem Erdbeben von
Lissabon im Jahre 1755, das eine geschätzte
Magnitude von 8,5 bis 9 auf der Richterskala
erreichte und einen starken Tsunami aus
löste. Sobald die ersten seismischen Daten
bei dem „Tsunami-Warnzentrum“ im portu
giesischen Institut für Meer und Atmosphäre
(IPMA) eingehen, die auf einen Tsunami
deuten könnten, wird das Zentrum Informati-
onsbulletlns an die nationalen Kontaktstellen
und Warnzentren Im Bereich des Nordost-
Atlantlks schicken. In Deutschland Ist dies
das BSH sowie eine Dienststelle des Deut
schen Wetterdienstes In Hamburg als zweite
Kontaktadresse. Die nationalen Warnzentren
beurteilen auf der Basis der eingegangenen
Daten die Tsunamigefährdung ihrer Küsten.
Besteht eine Gefährdung, lösen sie eine na
tionale Warnung aus. Sind deutsche Küsten
gefährdet, warnt das BSH in Zusammenar
beit mit den Katastrophenstäben die Öffent
lichkeit. Dafür nutzt es Rundfunk, Internet
sowie die direkte Benachrichtigung per Fax
und Telefon.
Bei dem angenommenen Szenario besteht
jedoch keine Gefährdung der deutschen
Küsten. Da jedoch eventuell deutsche Bürger
im Ausland betroffen sein könnten, ist neben
dem BSH auch das Gemeinsame Melde- und
Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ)
beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn an NEAM-
Wave12 beteiligt. Es unterstützt generell das
länderübergrelfende Krisenmanagement bei
großflächigen Katastrophen.